Das geplante Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige ist ein wichtiger erster Schritt, um die mentale Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen zu erhalten. Das steht für die Vertreterinnen der beiden Berufsverbände der Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen unzweifelhaft fest. Denn die Auswirkungen von TikTok, Instagram, Snapchat und Co auf Kinder sind erschreckend.
Personalisiertes Suchtmittel
Eine Online-Umfrage unter 324 Behandler:innen zeigte erschreckende Details, zum Beispiel dass
• 82 % der Kinder die digitale Nutzung sehr häufig nicht mehr selbstständig beenden können,
• 70 % an Schlafstörungen leiden, da sie auch in der Nacht Social Media nutzen,
• 79 % der Kinder ihre Freizeitaktivitäten und Hobbys vernachlässigen,
• 74 % weniger direkt mit Freund:innen und Familienangehörigen sprechen,
• 87 % der Eltern mit der digitalen Mediennutzung ihrer Kinder stark oder sehr stark überfordert sind.
Große Unterschiede zeigen sich zwischen Mädchen und Burschen in Bezug auf das Aussehen: 77 % der Behandler:innen erleben eine sehr starke Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen bei Mädchen. Gleichzeitig nehmen nur 38 % der Behandler:innen eine ähnliche Unzufriedenheit bei den Burschen wahr.
Die Vertreterinnen der Berufsverbände sehen in Social Media ein „personalisiertes Suchtmittel“, da jeder Algorithmus auf den User, die Userin persönlich abgestimmt ist. „Der uneingeschränkte, nicht regulierte Social-Media-Konsum ist toxisch. Wir fordern, dass das angekündigte Social-Media-Verbot bald Realität ist.“