Hantavirus

Kein neues Covid

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Anfang Mai 2026 wurde die WHO über einen Cluster schwerer Atemwegserkrankungen an Bord eines niederländischen Kreuzfahrtschiffs informiert. Der identifizierte Erreger ist das Andes-Hantavirus – der einzige bekannte Hantavirus-Stamm, der von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, typischerweise bei engem und anhaltendem Kontakt. Drei Personen sind verstorben. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung sehr gering bleibe: „Das ist kein neues COVID.“

Übertragung, Symptome, Therapie

In Europa zirkulieren vorrangig das Puumala- und das Dobrava-Belgrad-Virus, die nicht relevant von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Infektion erfolgt typischerweise durch Einatmen von kontaminiertem Staub aus Nagerausscheidungen – etwa beim Reinigen von Kellern mit Mäusebefall. Die Symptome sind initial oft unspezifisch: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, mitunter Magen-Darm-Beschwerden; bei schweren Verläufen sind Nieren oder Lunge betroffen. Die Inkubationszeit beträgt laut AGES meist zwei 
bis vier Wochen, in Einzelfällen fünf Tage bis zu 60 Tage. Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung; die Behandlung erfolgt supportiv. Für die Beratung gilt: Bei unklaren Symptomen und Reiseanamnese mit Südamerika-Bezug oder Nager-Exposition sollte ärztliche Abklärung empfohlen werden. Österreich verzeichnete 2019 einen Höchstwert von 276 Fällen, 2024 laut AGES nur 19. 

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