Nebenwirkungsmanagement

Medikamenteninduzierte Ketoazidose: Relevante Wirkstoffe

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Typische Symptome reichen von Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit bis hin zur charakteristischen Kussmaul-Atmung und einem nach Aceton riechenden Atem. Eine retrospektive Analyse von Daten aus dem Adverse Event Reporting System (FAERS) der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zeigte, dass SGLT-2-Hemmer die Wirkstoffgruppe sind, die am häufigsten mit Ketoazidose in Verbindung gebracht wurden.

SGLT-2-Hemmer steigern die Ausscheidung von Glukose über den Harn und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. Dadurch kann die Insulinsekretion abnehmen, während die Glukagonkonzentration ansteigt. Dies fördert wiederum die Lipolyse und die Bildung von Ketonkörpern in der Leber. Gleichzeitig kann die osmotische Diurese zu Flüssigkeits- und Volumenverlusten führen. Besonders tückisch ist die sogenannte euglykämische diabetische Ketoazidose: Dabei ist der Blutzuckerspiegel durch die laufende Glukoseausscheidung über den Harn häufig nur leicht erhöht oder sogar nahezu normal, obwohl bereits eine ausgeprägte Ketose und metabolische Azidose vorliegt. Der häufig gleichzeitig bestehende Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann schließlich zu Kreislaufinstabilität und einem deutlichen Blutdruckabfall führen. Die Azidose verstärkt diesen Zustand unter anderem durch Vasodilatation.

Quetiapin – potenzielles Risiko vorhanden 

Auch das atypische Antipsychotikum Quetiapin steht weit oben auf der Liste. Der Wirkstoff kann den Blutzuckerspiegel erhöhen und eine bestehende Diabetes-Erkrankung verschlechtern. Quetiapin gehörte zudem zu jenen Wirkstoffen, bei denen das potenzielle Risiko einer Ketoazidose nicht unter den Nebenwirkungen genannt wurde. Sollte eine betroffene Person mit vorliegender Medikation und den typischen Beschwerden in der Apotheke um Hilfe bitten, sind die Beratung und das Einschätzen eines Notfalls essenziell.

Quelle

Du P, et al.: Drug-associated Ketoacidosis: A Comprehensive Disproportionality Analysis Based on the FAERS Database. Diabetes Obes Metab 2026; 28(7): 5893–5906

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