Brigitte Kopp wurde in Linz geboren und legte dort am Hamerling Bundesrealgymnasium die Matura mit Auszeichnung ab. Anschließend begann sie im Wintersemester 1967/68 ihr Pharmaziestudium an der Universität Wien.
Herausragendes Wirken in Forschung & Lehre
Schon während des Studiums schlug die Jubilarin eine beispielhafte akademische Laufbahn ein. Im Oktober 1971 erhielt sie am Pharmakognostischen Institut eine Anstellung als Wissenschaftliche Hilfskraft, wurde anschließend Vertragsassistentin und begann nach ihrer Sponsion 1972 als Hochschulassistentin ihre Dissertation mit dem Titel „Zur Chemie und Biogenese der herzwirksamen Glykoside von Convallaria majalis L.“. Unter der fachkundigen Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka knüpfte sie damit direkt an die am Wiener Institut für Pharmakognosie traditionell tief verankerte Erforschung kardiaktiver Naturstoffe an.
Nach ihrer Promotion 1976 brachte sie mit ihrem Mann Mag. Günther Kopp Familie und wissenschaftliche Karriere erfolgreich in Einklang: 1983 Habilitation in Pharmakognosie, 2000 Ernennung zur Universitätsprofessorin für Pharmakognosie, 2001–2004 Studiendekanin der Formal- und Naturwissenschaftlichen Fakultät, 2003–2005 Leiterin des Departments für Pharmakognosie, 2004–2014 Studienpräses der Uni Wien.
Sie hatte zahlreiche Gastprofessuren und Mitgliedschaften inne, darunter die Präsidentschaft der Society for Medicinal Plant and Natural Product Research (GA), Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie, Mitglied der Expertengruppe 13B der EDQM (European Pharmacopoea) sowie Mitglied der Expertengruppe des Österreichischen Arzneibuches und der ÖAB-Kommission. Für ihr Wirken wurde Prof. Kopp vielfach ausgezeichnet – u. a. mit dem Ehrendoktorat der Universität Iasi (2003), dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2014) und der Würde der Ehren-Senatorin der Universität Wien (2021).
Neben ihrer herausragenden Forschungsleistung war Brigitte Kopp die Ausbildung der nächsten Generation stets ein Herzensanliegen. Als engagierte Hochschullehrerin prägte sie Generationen von angehenden Pharmazeut:innen und förderte als Betreuerin zahlreicher Diplomarbeiten und Dissertationen den wissenschaftlichen Nachwuchs mit großer Leidenschaft. Viele ihrer ehemaligen akademischen Schüler:innen sind heute selbst erfolgreich in Forschung, Industrie und Apothekenpraxis tätig.
Aktiv & engagiert im Ruhestand
Auch im Ruhestand blieb Kopp der Pharmazie und der akademischen Gemeinschaft als geschätzte Ratgeberin, Expertin und Mentorin eng verbunden. So stellte sie sich z. B. als Leiterin einer Expertengruppe zur Verfügung, die Dosierungsempfehlungen für rund 140 wichtige Rezepturen – inklusive besonders praxisrelevanter magistraler Zubereitungen, die in der Pädiatrie eingesetzt werden – erarbeitete (seit 2025 als App und auch als Nachschlagewerk erhältlich).
Privat bringt sich das Ehepaar Kopp stark ins Gesellschaftsleben ihres Zweitwohnsitzes in Annaberg (NÖ) ein, wo sich ihre Wege erneut mit der Pharmakognosie kreuzen: Prof. Kubelka ist hier seit 2015 Ehrenbürger, während seine Frau, Mag. Claudia Kubelka, dem Ort seit 2020 als Bürgermeisterin vorsteht.
Die Österreichische Apothekerkammer gratuliert Brigitte Kopp – auch im Namen ihrer ehemaligen Studierenden – sehr herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung durch den Senat der Universität Wien. Wir wünschen von Herzen alles Gute, viel Lebensfreude und weiterhin beste Gesundheit.
Die akademische Feier wird am 8. Oktober stattfinden.