Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Wie hat sich die Pharmazie im Laufe der Zeit verändert – und wohin führt ihr Weg?“ gaben Priv.-Doz. DDr. Philipp Saiko, Präsident der Apothekerkammer Wien, sowie Vizepräsidentin Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi gemeinsam mit Univ.-Prof. Mag. Dr. Gerhard Ecker und Univ.-Prof. Mag. Dr. Judith Maria Rollinger spannende Einblicke in die Entwicklung der pharmazeutischen Wissenschaften.
Rollinger begann ihren Vortrag mit einem Zitat von Rudolf Schmitz: „Krankheiten sind so alt wie das Leben, das physikalischen, chemischen, biologischen und psychischen Reizen ausgesetzt ist“ und ging in weiterer Folge auf die Frage ein, wie der Mensch heilbringende Stoffe gefunden hat und wie Naturstoffe zu Arzneistoffen wurden. Sie betonte auch das „Trial and Error-Prinzip“. Ihr Fazit: „Die Pharmakognosie trägt wesentlich zur Entwicklung neuer Arzneimittel, zur Verbesserung bestehender Therapien und zur langfristigen Sicherung der Gesundheitsversorgung bei. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen und chronischer Erkrankungen gewinnt die Naturstoffforschung weiter an Bedeutung.“
Zehn bis zwölf Jahre dauert die Entwicklung eines Arzneistoffes, die Kosten liegen bei etwa zwei bis vier Milliarden Euro, informierte Ecker. In seinem Vortrag beschrieb er die Arzneistoffentwicklung als hochkomplexen Prozess, der gezielt auf molekularer Ebene angesetzt ist. Als größte Revolution bezeichnete er die Arzneistoffentwicklung von Kinasehemmern, die eine der bedeutendsten Revolutionen in der modernen Tumortherapie markiert.
Doch wie geht es mit KI weiter und welchen Einfluss hat sie auf die Apotheken? Ecker ist überzeugt: Apotheker:innen werden nicht ersetzt, es verschiebt sich nur der Schwerpunkt der Tätigkeit – weg von Routineaufgaben hin zu klinischer Entscheidungsunterstützung, persönlicher Beratung und Qualitätskontrolle.