Drug Checking

Neue Analysenstelle der Suchthilfe Wien

Artikel drucken
Shutterstock © Shutterstock
© Shutterstock

Drug Checking, die chemische Analyse von Konsumproben, gilt als zentrales Instrument der Schadensminimierung: Es macht unerwartete Zusätze und schwankende Wirkstoffmengen sichtbar. In Wien baut das Drogen-Analysezentrum checkit! (Suchthilfe Wien) dieses Angebot aus und eröffnete kürzlich einen zweiten Standort. Neben der Anlaufstelle in der Gumpendorfer Straße können Konsument:innen ihre Proben nun auch im Meidlinger U4-Center analysieren lassen. Den Ausbau begründet die Wiener Sucht- und Drogenkoordination mit einem riskanteren Markt: Der Europäische Drogenbericht 2026 zeige einen vielfältigeren und dynamischeren Drogenmarkt. checkit! analysiert psychoaktive Substanzen kostenlos und anonym und berät zu Risiken und sicherer Verwendung. Proben lassen sich auch in teilnehmenden Wiener Apotheken und bei ausgewählten Veranstaltungen abgeben. „Das Aussehen, der Geruch oder die Konsistenz einer Substanz sagen nichts über ihre tatsächlichen Inhaltsstoffe aus“, betont checkit!-Leiterin Bettina Hölblinger. Wer gefährliche Beimengungen erkenne, entscheide sich häufig gegen den Konsum.

Wien zählt beim Drug Checking seit Jahren zu den internationalen Vorreitern, so Drogenkoordinator Ewald Lochner. Das Angebot ist aber auch außerhalb der Hauptstadt verfügbar: In Innsbruck testet die Drogenarbeit Z6, in Graz läuft seit 2022 das Projekt triptalks. Wie wichtig solche Analysen sind und welche teils kuriosen Funde er dabei schon gemacht hat, schilderte übrigens der Grazer Pharmazeut und Analytiker Prof. Martin Schmid in unserem Podcast „ÖAZ im Ohr“ (Folge 10).

Das könnte Sie auch interessieren