Der Return on Investment (ROI) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, mit der die Rentabilität einer Investition gemessen wird. Er zeigt auf einen Blick, ob sich eine Investition gelohnt hat. Je höher der ROI, desto profitabler war das eingesetzte Kapital. Abgesehen von dieser wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeit gibt es auch eine damit im Einklang stehende pharmazeutische Realität. Sie zeigt sich beim Thema Fortbildung, etwa bei den APOkongressen. Jeder investierte Euro, jede investierte Stunde kommt mehrfach zurück. Der Betriebswirtschaftler würde sagen: Der ROI ist hoch positiv. Wer es weniger wissenschaftlich ausdrücken will, sagt einfach: Die Teilnahme zahlt sich mehrfach aus.
Das jüngste Beispiel für einen hochpositiven ROI ist das postgraduale Masterstudium Klinische Pharmazie. Die feierliche Sponsion der ersten Absolventinnen und Absolventen Ende April auf der Uni Wien geht als historischer Moment für die österreichische Pharmazie in die Geschichte ein – siehe dazu den ausführlichen Bericht in der ÖAZ 11/26. Das Masterstudium Klinische Pharmazie wird vom Postgraduate Center der Universität Wien unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gerhard Ecker in enger Kooperation mit der Österreichischen Apothekerkammer durchgeführt. Es baut auf den seit Herbst 2020 laufenden Zertifikatskursen in Medikationsanalyse und Medikationsmanagement auf. Das Studium wird als „akademisch, anspruchsvoll und praxisnah“ beschrieben. 20 Studentinnen und Studenten haben sich vier Semester lang „durchgebissen“. Ein hoher ROI ist bei diesem Masterstudium garantiert.
„Durchgebissen“ haben sich auch die „Mütter und Väter“ dieses neuen Studiums. Zehn Jahre haben wir an den Inhalten und den Rahmenbedingungen gearbeitet. Und unser ROI fällt heute ebenso positiv aus – wenngleich auf einer anderen Ebene: Es geht um Stolz, Zufriedenheit und Erfolg. Es konnte gezeigt werden, dass niederschwellige Veranstaltungen auf große Resonanz stoßen – analog zur Niederschwelligkeit der öffentlichen Apotheke, die bis zu 600.000 Personen täglich an die bundesweit 1.450 Taras lockt.
Bleiben wir beim Schlagwort „Investment“: Hinter jeder Investition steht eine Vision. Diese war und ist für die Apothekerkammer, Apothekerinnen und Apotheker innerhalb des Gesundheitssystems noch besser sichtbar zu machen. Wir sind entsprechend emsig dabei, das Spektrum apothekerlicher Dienstleistungen zu erweitern. Die Apotheke von heute ist weit mehr als nur ein Ort der Medikamentenabgabe. Jeder in den Ausbau pharmazeutischer Leistungen investierte Euro schafft einen „Return on Investment“. Und zwar nicht nur für die Apothekerschaft, sondern auch für jede Patientin bzw. jeden Patienten, die bzw. der eine derartige entgeltliche Leistung in Anspruch nimmt.
Kein Zweifel, unser Apothekenwesen befindet sich in einem revolutionären Umbruch. Ein großer Empfang der Universität Wien im Wiener Apothekerhaus am 16. September wird dieser Tatsache gerecht werden. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Pharmazie im Wandel der Zeit – Zwischen Tradition, Innovation und Zukunft“. Prof. Wolfgang Kubelka, Prof. Gerhard Ecker und Prof. Judith Rollinger werden in Festvorträgen spannende Einblicke in die Entwicklung der pharmazeutischen Wissenschaften geben. Ich darf Sie dazu herzlich einladen! Und ich verspreche Ihnen einen hohen persönlichen Return – diesmal ganz ohne Investment.