Kritisiert wurden besonders die primären Endpunkte, da sich die Zulassungsstudien zunehmend auf Surrogatendpunkte wie die objektive Ansprechrate (ORR) oder das progressionsfreie Überleben (PFS) stützen. Diese dienen als Ersatzmarker für einen erwarteten klinischen Nutzen. Im Vergleich dazu sind Gesamtüberleben (OS), Symptomverbesserung oder Lebensqualität direkte klinische Endpunkte.
Der Anteil der Zulassungen auf Basis von OS sank von 40 % im Zeitraum 2006 bis 2010 auf 18,7 % zwischen 2021 und 2025, jener auf Basis von Surrogatendpunkten stieg von 60 % auf 81,3 %. Bereits das früher häufig verwendete PFS wurde als Surrogatendpunkt kritisiert, da ein PFS-Vorteil nicht zwingend zu einem OS-Vorteil führt.
Bemängelt wurde, dass nicht nur vorläufige, sondern zunehmend auch reguläre Zulassungen auf Surrogatendpunkten beruhen. Anders als bei beschleunigten Zulassungen sind dabei meist keine verpflichtenden Bestätigungsstudien vorgesehen, sodass der tatsächliche klinische Nutzen für Patient:innen unter Umständen nicht nachträglich belegt werden muss.
Quelle
Shkabari B et al. JAMA 2026.