AMD-Risiko sinkt mit NSAR deutlich
Eine Analyse der TriNetX-Datenbank mit über 1,26 Mio. Personen zeigt: Die Einnahme von NSAR war mit einem signifikant reduzierten AMD-Risiko verbunden. NSAR-Anwender:innen wiesen nach 6 Monaten (HR 0,31), 1 Jahr (0,36), 3 Jahren (0,42) und 5 Jahren (0,48) ein deutlich geringeres Risiko auf. Über die gesamte Studiendauer lag die HR bei 0,58. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Aspirin (HR 0,72) und nicht-selektiven COX-2-Hemmern (HR 0,41). Der Schutz erstreckte sich sowohl auf die trockene (HR 0,56) als auch die feuchte AMD (HR 0,62).
Parallel dazu analysierte ein Team aus Shanghai Daten der UK Biobank (415.599 Teilnehmende) und identifizierte systemische Entzündungsmarker – insbesondere den SII- und den INFLA-Score – als dosisabhängige Risikofaktoren für Katarakt, primäres Offenwinkelglaukom (POAG), AMD und diabetische Retinopathie (DR). Ein höherer SII-Wert war u. a. assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Katarakt (HR 1,016), POAG (1,034), AMD (1,033) und DR (1,062).
Die Autor:innen betonen, dass systemische Entzündung ein modifizierbarer Risikofaktor für die okuläre Alterung sein könnte – und liefern damit indirekte Unterstützung für die Beobachtungen der NSAR-Studie.
Quellen
• Hsu AY, et al. Ophthalmology 2026 DOI: 10.1016/j.ophtha.2026.04.027
• Huang Z, et al. Br J Ophthalmol 2026 DOI: 10.1136/bjo-2025-328553