Psychische Erkrankungen und Hirnscans

Die Suche nach neurobiologischen Markern

Artikel drucken
iStock © iStock
© iStock

Eine große populationsbasierte Bildgebungsstudie aus Deutschland und Großbritannien liefert nun einen möglichen Erklärungsansatz. Mit KI-unterstützten Systemen konnte gezeigt werden, dass bei Menschen mit depressiven oder Angstsymptomen zwar messbare Abweichungen von der typischen Hirnstruktur der Allgemeinbevölkerung sichtbar sind, diese aber im Vergleich innerhalb der Krankheitspopulation sehr unterschiedlich ausfallen. 

Biomarkersuche bleibt komplex

Grundlage der Untersuchung waren mehr als 50.000 MRT-Aufnahmen aus der NAKO-Gesundheitsstudie und der UK Biobank, zwei der größten bevölkerungsbasierten Forschungsprojekte weltweit. Der Unterschied der KI-basierten Methode war, dass nicht nach einzelnen auffälligen Hirnregionen gesucht wurde, sondern komplexe Muster über das gesamte Gehirn analysiert wurden. Es zeigte sich in den Hirnscans einen Korrelation zwischen den Abweichungen der Hirnstrukturen und der Schwere der Symptome. Die Forscher kamen zu dem vorläufigen Schluss, dass sich die Hirnstrukturen bei der gleichen Erkrankung bei den verschiedenen Betroffenen zu stark unterscheiden, um ein einheitliches Muster zu erkennen. Es lässt sich schlussfolgern, dass sich verschiedenste psychische Erkrankungen auf biologischer Ebene sehr unterschiedlich darstellen und deshalb bis heute kein einheitlicher Biomarker definiert werden konnte.  

Quelle

Wiegert J, et al. Mol Psychiatry. 2026. DOI: 10.1038/s41380-026-03691-4. 

Das könnte Sie auch interessieren