Das fand ein internationales Forschungsteam heraus: Es untersuchte das Erbgut zweier mumifizierter Leichname,
die etwa zwischen 1492 und 1631 im Norden Chiles bestattet worden waren – die ältesten bekannten Pockengenome der Kolonialzeit. Das Variola-Virus trug wesentlich zum katastrophalen Bevölkerungsrückgang indigener Völker bei: Es war in Wellen aufgetreten und hatte in Amerika 3–4 Mio. Todesfälle verursacht – vor allem unter zuvor nie exponierten Gruppen.
Ein direkter genetischer Beleg für diesen Ursprung fehlte bislang. Die in Science veröffentlichte Studie liefert ihn nun: Die Viren gehören einer ausgestorbenen Linie an, die evolutionär zwischen mittelalterlichen und
späteren Stämmen liegt – ein Fund, der historische Annahmen zur Ausbreitung der Seuche bestätigt.