„Wir beobachten, dass Krankheiten, die wir durch hohe Durchimpfungsraten nahezu eliminiert hatten, wieder vermehrt auftreten“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, MedUni Wien, bei der Pressekonferenz im Dezember 2025.
Die Folgen sinkender Impfbereitschaft sind bereits sichtbar. Masern breiten sich weltweit wieder aus, teils innerhalb weniger Jahre. Österreich liegt bei den Neuinfektionen im europäischen Spitzenfeld. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie das Pneumokokken-Kinderimpfprogramm, dass gut angenommene Impfstrategien nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene indirekt schützen. Umgekehrt veranschaulicht der Anstieg der Keuchhustenfälle, wie wichtig regelmäßige Auffrischungsimpfungen in allen Altersgruppen sind.
Zunahme an Hepatitis-A-Fällen
Ähnliches gilt für Hepatitis A – in diesem Jahr kam es zu einer Verdreifachung von Hepatitis-A-Erkrankungen und sogar Ausbrüchen, weil in der Bevölkerung deutliche Impflücken bestehen. „Die Entwicklung zeigt, wie schnell wir Erfolge verlieren, wenn die Durchimpfungsrate sinkt – und wie viel wir gewinnen können, wenn wir gemeinsam Verantwortung für den Schutz vor Infektionskrankheiten übernehmen“, fasst Wiedermann-Schmidt zusammen.
„Es ist erschreckend, wie leichtfertig Menschen mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben umgehen, denn Impfungen retten Leben!“, betonte Dr. Mag. pharm. Gerhard Kobinger von der Österreichischen Apothekerkammer und unterstrich die Bedeutung der Apotheken, die fundiert informieren: „Es gibt kaum Wartezeiten und hinter der Tara stehen bestens ausgebildete Expertinnen und Experten für Fragen bereit.“