Die genetische Ausstattung eines Organismus beeinflusst die Tumorentwicklung erheblich. Die an Mäusen durchgeführte Studie wurde in Nature veröffentlicht und könnte einen Beitrag zu einer präziseren, personalisierten Krebsmedizin liefern. Untersucht wurden 580 Lebertumore aus vier genetisch unterschiedlichen Mausstämmen. Die Tiere wurden unter identischen Bedingungen gehalten und demselben krebserregenden Stoff ausgesetzt. Die Tumore zeigten teils unterschiedliche Entstehungswege, also unterschiedliche Mutationen, die zu einer Entartung der Zelle führen können. Am Ende führten aber alle Mutationen zur übermäßigen Aktivierung des MAPK-Wachstumssignalweges, der bei zahlreichen Krebsarten eine wichtige Rolle spielt.
Genetische Unterschiede vs. Endmarker
Der genetische Hintergrund der unterschiedlichen Mausstämme beeinflusst dementsprechend, welche Mutationen (z.B. BRAF, KRAS) sich durchsetzt, wie stabil das Tumorgenom blieb und wie schnell sich die Erkrankung entwickelt. In manchen Stämmen reichten weniger genetische Veränderungen aus, um das Überleben der Tumorzellen zu ermöglichen. Daraus lässt sich schließen, dass bei gleichen Umweltbedingungen und unterschiedlicher genetischer Prädisposition der Verlauf der Krebserkrankung verschieden ist.
Quelle
Aitken SJ, et al.: Genetic background sets the trajectory of experimental cancer evolution. Nature 2026, 10.1038/s41586-026-10821-z