Mehr als nur Nebenwirkungen

Adhärenz bei oraler Eisentherapie

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Von 148 Frauen mit Eisenmangelanämie, die einen Eisen-Polysaccharid-Komplex erhielten, berichteten lediglich acht über Magen-Darm-Beschwerden. Die Mehrheit der nicht adhärenten Patientinnen brach die Therapie aus anderen Gründen ab. Die Adhärenz wurde mithilfe der Medication Adherence Report Scale (MARS 5) erhoben. 64,86 % der Patientinnen galten als therapietreu. Entscheidend für mangelnde Adhärenz waren nicht tatsächliche Nebenwirkungen, sondern die Sorge vor unerwünschten Wirkungen, ein schlechtes Arzt-Patienten-Verhältnis sowie Fehleinschätzungen zur Krankheitsdauer. Ein höherer Bildungsgrad und ein höheres Einkommen korrelierten positiv mit der Einnahmetreue.


Unterschiede zwischen den Präparaten


Eine ergänzende Analyse von 2.624 Meldungen aus dem Adverse Event Reporting System der US-FDA (FAERS) zu gastrointestinalen Nebenwirkungen zeigte deutliche Unterschiede: Eisenfumarat wies die geringste Häufigkeit gastrointestinaler Beschwerden auf, während Eisen(II)-gluconat überproportional oft damit assoziiert war. Für Eisensulfat und Eisen-Polysaccharid-Komplexe ergaben sich keine statistischen Auffälligkeiten. Da FAERS auf freiwilligen Meldungen basiert, lassen sich jedoch keine Inzidenzen ableiten.
Die Studie verdeutlicht aber: Für eine erfolgreiche Eisentherapie sind Aufklärung, Kommunikation und Erwartungsmanagement entscheidend – nicht primär die Nebenwirkungen.

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