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Sonnengenuss ohne Hautschäden
Der richtige Sonnenschutz aus der Apotheke

Die Sonne hat viele günstige Auswirkungen auf Körper und Seele. Denn ein vernünftiges Maß an Sonnenbestrahlung erhöht die Lebensfreude, steigert das Wohlbefinden und spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Vitamin D, das wesentlich für die Knochenstruktur ist, vorausgesetzt man beachtet den richtigen Sonnenschutz.
Mag. Monika Heinrich
UV-Licht dringt in die Haut ein und wird dort absorbiert. Die Lichtenergie führt zu Veränderungen im Zellstoffwechsel. Alle bekannten Effekte der UV-Strahlung mit Ausnahme der Vitamin D-Produktion sind Ausdruck eines fototoxischen Schadens. Auch die Bräune ist nur ein Mechanismus, mit dem sich die Haut abzuschirmen versucht: Es wird die Bildung von Pigment angeregt, das sich als Schutz gegen das Eindringen der UV-Strahlen in den Zellen ablagert. Bis dieser Schutz aufgebaut ist, dauert es fünf bis sieben Tage.
Die Hauttypen
Typ 1 Kaukasisch
sehr helle Hautfarbe, Sommersprossen, rötliches oder hellblondes Haar, blaue Augen,
bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand, keine Bräunung, reagiert äußerst empfindlich auf UV-Strahlung. Eine Sonnenunverträglichkeit haben meist Menschen mit Hauttyp 1. Die Haut hat eine so geringe Eigenschutzzeit, dass sie als sonnenunverträglich eingestuft wird. Intensiver Schutz vor Sonnenstrahlen ist ein absolutes Muss.
Typ 2 Kaukasisch
helle Hautfarbe, meist Sommersprossen, rötliches oder blondes Haar, blaue oder grüne Augen, bekommt schnell einen Sonnenbrand, kaum Bräunung, reagiert sehr empfindlich auf UV-Strahlung.
Typ 3 Dunkler kaukasisch
hell asiatisch, manchmal Sonnenbrand, leichte Bräunung, reagiert empfindlich auf UV-Strahlung.
Typ 4 Mediterran, asiatisch, hispanisch
braune Augen, braunes oder schwarzes Haar, selten Sonnenbrand, wird schnell braun, reagiert moderat empfindlich auf UV-Strahlung.
Typ 5 Mittlerer Osten, Latin, indisch
dunkler Hautton, dunkle Augen, schwarzes Haar, so gut wie nie Sonnenbrand, wird schnell braun.
Typ 6 Dunkelhäutig
nie Sonnenbrand, starke Pigmentierung, wird schnell dunkelbraun, reagiert sehr unempfindlich auf UV-Strahlen.
Zellschäden
Wenn die Reparaturmechanismen wegen Überforderung versagen, können UV-Schäden zu Hautkrebs führen. Plattenepithelkarzinome (weißer Hautkrebs) entstehen an chronisch exponierten Stellen wie Gesicht und Handrücken. Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) tritt meist in den typischen Sonnenbrandarealen auf dem Rücken und den Beinen auf. Durch Zellschäden und die Entstehung freier Radikale ist das UV-Licht wichtigster Beschleunigungsfaktor für die Hautalterung. Dabei nimmt das Kollagen in der Haut ab, die Zunahme von Elastin führt zur Verdickung und Erschlaffung, Falten entstehen. Es kommt zu einer scheckigen Pigmentierung und Altersflecken. Gefäßerweiterungen werden als diffuse Hautrötungen an Wangen und Dekolleté sichtbar. Alle negativen Auswirkungen des UV-Lichtes auf die Haut können durch Sonnenschutz verhindert oder hinausgezögert werden.
Kinder schützen!
Kinder sind besonders gefährdet. Oft werden in der Kindheit jene Sonnenschäden erworben, die beim erwachsenen Menschen in Form von Hyperpigmentierung, vorzeitiger Hautalterung oder – im schlimmsten Fall – Hautkrebs auftreten. Bis zu ihrem dritten Lebensjahr sollten Kinder daher nie ungeschützt starker, direkter Sonne ausgesetzt werden. Es ist ratsam, sie zusätzlich zur Lotion auch mit T-Shirt und Hut zu schützen. Ab dem sechsten Lebensmonat ist ein Produkt mit physikalischem Filter geeignet. Die Mikropigmente bilden eine Schutzschicht auf der Haut und ziehen nicht in das Gewebe ein. Das ist für Kinder eine sehr schonende Lösung. Chemische Filter, wie sie die EU im Sinne eines gleichwertigen UVA- und UVB-Schutzes generell empfiehlt, sollten erst ab dem Kindergartenalter verwendet werden.
Sind Kinder immer wieder starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt, steigt die lebenslange Produktion von Pigmentmalen. Nach jedem Sonnenbrand entwickeln sich rund 40 Pigmentmale. Mehr als 50 Muttermale gelten bereits als Risikofaktor, der das lebenslange Erkrankungsrisiko für schwarzen Hautkrebs um den Faktor 15 erhöht.
Richtig auftragen
Sonnenschutz muss reichlich aufgetragen werden. Die empfohlene Menge, nach der sich auch der angegebene Schutzfaktor richtet, liegt bei zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Körperoberfläche. Das sind rund sieben Kaffeelöffel. Nur wiederholtes Auftragen erhält den Schutz. Eine Familie mit zwei Kindern würde so eine ganze Flasche pro Tag verbrauchen. In der Praxis verwenden die Konsumenten laut Studien aber höchstens die Hälfte der empfohlenen Menge.
Sonnenbrand
Sonnenbrand ist die häufigste Form akuter Hautschädigungen durch UV-Strahlen. Ein unzureichend geschützter Aufenthalt in der Sonne führt leicht zu einem Sonnenbrand (Dermatitis solaris), einer entzündlichen Rötung der oberen Hautschichten. Akut äußert sich ein Sonnenbrand durch Druckempfindlichkeit, Brandschäden bis hin zur Bläschenbildung. Darüber hinaus führt er zu Langzeitschäden.
Sonnenallergie
Bei 90% aller Sonnenallergien handelt es sich um die Polymorphe Lichtdermatose (PMD). Verantwortlich sind meistens die UV-A-Strahlen der Sonne, die in der Haut Freie Radikale entstehen lassen. Dieser oxidative Stress führt zu einer fehlerhaften Immunreaktion und somit zu der unangenehmen Bläschenbildung.
Mallorca-Akne
Die Mallorca-Akne ist eine Reaktion der Haut auf bestimmte Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Sonnenschutzprodukten, wie z.B. Emulgatoren, in Verbindung mit UV-Strahlen. Das Erscheinungsbild ähnelt dem der Polymorphen Lichtdermatose.
Ihre Tipps für Ihre Kunden:
Nicht zu Mittag:Vermeiden Sie ausgedehnte Sonnenbäder zwischen 11 h und 15 h sowie direkte Sonnenbestrahlung.
Ausreichend Sonnenschutz: Sonnenschutzmittel sollten vor dem Sonnenbad großzügig aufgetragen werden; regelmäßiges Nachcremen – etwa alle 2 Stunden und nach dem Baden – nicht vergessen.
Kinder besonders schützen: Babies und Kleinkinder unter drei dürfen keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Die empfindliche Kinderhaut ist noch sehr dünn und die Hautbarriere sowie der Selbstschutzmechanismus sind noch nicht voll entwickelt. Die Gefahr von UV-bedingten Hautschäden ist daher besonders groß. Bei Kindern ist besonders wichtig, Sonnenbrand zu vermeiden. Denn die Haut »merkt sich« die Schäden, sie kumulieren und Jahre oder gar Jahrzehnte später kann Hautkrebs die Folge sein. Verwenden Sie möglichst eine Sonnencreme mit Micropigmenten, also ohne chemische Sonnenfilter, die speziell für Kinder entwickelt wurde mit hohem LSF und besonders wasserfest. Kinder mit Kleidung, breitkrempigem Hut und Sonnenbrille zusätzlich schützen.
Sonnenterrassen beachten: Hohe Lichtschutzfaktoren in qualitativ hochwertigen Produkten verwenden, die auf die entsprechenden Anforderungen – Kinder, Sport, Allergien etc. – abgestimmt sind. Beachten Sie ihren Lichttyp. Zu lange Aufenthalte in der Sonne vermeiden, selbst Produkte mit sehr hohem Lichtschutzfaktoren bieten keinen 100%-igen Schutz. Achten Sie beim Eincremen besonders auf die »Sonnenterrassen« wie Gesicht (Nasenrücken, Lippen) Kopf (dünne Haare, Glatze, Ohren), Schultern, Brüste, Gesäß und Fußrücken.
Dies steigert das Risiko: Vermeiden Sie andere Kosmetika, Deodorants und Parfums, diese können zu Pigmentstörungen führen. Nach Peelings, Laserbehandlungen und im Falle arzneimittelbedingter Sensibilisierungen – z.B. durch Antibiotika, bestimmte Antidepressiva, Johanniskrautpräparate – meiden Sie die Sonne und verwenden Sie sehr hohe Lichtschutzfaktoren (LSF 50+).
Kleidung ist der beste Schutz: Dicht gewebte Stoffe schützen besser vor UV-Strahlen, kräftige Farben bieten mehr Schutz als helle Kleidung und trockene Stoffe lassen weniger UV-Strahlungen durch als nasse Stoffe. Spezielle Kleidung mit UV-Schutzfaktor ist besonders für Kinder zu empfehlen, aber auch bei Allergien oder empfindlicher Haut.
Schützen Sie auch Ihre Augen: Sonnenlicht kann auch schwere Augenschäden hervorrufen. Tragen Sie daher immer eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Filter (mindestens 400 nm).
Schutz auch im Schatten: Sonnenlicht wird vom Boden und der Wasseroberfläche reflektiert und gelangt somit auch in den Schatten. Auch Wolken lassen UV-Strahlen durch und Fensterglas bietet keinen ausreichenden Schutz vor Sonnenstrahlen: Verwenden Sie also auch hier einen geeigneten Sonnenschutz.
Achtung im Wasser: In normaler Schwimmtiefe lässt Wasser bis zu 60% der Strahlen durch. Besonders trügerisch: Durch die kühlende Wirkung des Wassers bleibt dies unbemerkt. Wasserfester Sonnenschutz ist also sehr wichtig; darüber hinaus sollten Sie beim Schnorcheln idealerweise ein T-Shirt tragen. Nicht vergessen, nach dem Baden einen neuen Sonnenschutz aufzutragen.
Die Pflege danach: Eine hochwertige After Sun Pflege für die sonnenbelastete Haut ist nach einem Sonnentag besonders wichtig. Sie lindert mit entzündungshemmenden Wirkstoffen die Beschwerden, kühlt, beruhigt und regeneriert die sonnengestresste Haut.
Sonnenschutz bei Neurodermitis: Eine therapeutische Behandlung mit UVA- oder UVB- Licht kann bei Neurodermitis das Erscheinungsbild deutlich verbessern. Aus dermatologischer Sicht ist eine gezielte Bestrahlung beim Arzt ratsam. Aber auch die Sonne – natürlich in Maßen und mit einem für Neurodermitiker geeignetem Sonnenschutz – kann der Haut ebenfalls gut tun.
Neue Kennzeichnung: „Sonnenschutzmittel sind essentiell bei der Vorbeugung von Hautkrebs“, sagt Gesundheitsminister Alois Stöger. Alle Sonnenschutzmittel bieten heute UVA- und UVB-Schutz. Um den Konsumenten die Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels zu erleichtern, gibt es jetzt europaweit eine neue Kennzeichnung. Sonnenschutzmittel müssen mindestens einen LSF von 6 aufweisen. Umfangreiche Informationen zur neuen Kennzeichnungspflicht und wertvolle Tipps zum richtigen Umgang mit der Sonne gibt die neue Broschüre »Sonne ohne Reue«. Sie ist kostenlos bei der Österreichischen Krebshilfe unter 01/7966450 erhältlich, wo Sie sich auch über die Sommer-Aktionen 2009 der Krebshilfe informieren können.
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