| ÖAZ Aktuell (Ausgabe 08/2009) | |
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ÖAZtara 08/2009 |
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Von Quallen bis Zerkarien Gefahren beim BadenDass man beim Baden im Meer vor allem in Hinblick auf Quallen, deren Populationen stark im Zunehmen begriffen sind, die Augen offen halten sollte, ist hinlänglich bekannt. Baden im Süßwasser hingegen gilt als ungefährlich, sofern man schwimmen kann, doch auch hier lauern Gefahren, die die Meisten von uns nicht kennen. Dr. med. univ. Margaritha Litschauer-Poursadrollah,
Kälteurticaria Sollte es bis dann noch zu keiner deutlichen Besserung gekommen sein wird noch ein Mal 14 Tage therapiert. In unserer Erfahrung war das in allen, bis auf einen Fall, erfolgreich. Doxepin ist zwar ein Psychopharmakon, wird aber für diese Zwecke in Dosierungen zwischen 30 und 300 mg verwendet. Darüber hinaus hat es eine antihistaminische Wirkung. Eine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit ist vorstellbar. Keiner der Patienten hat aber bei dieser Dosierung (10mg) eine Veränderung des Befindens bemerkt.
Zerkariendermatitis Hohe Wassertemperaturen im Frühling und Sommer begünstigen die Vermehrung der Larven. Als Endwirt fungieren durch Trematoden infizierte Wasservögel, vor allem Enten. Nach Ausscheiden von eihaltigem Kot ins Wasser beginnt der Larvenzyklus. Zunächst dringen nicht infektiöse Larven, die Miracidien, in Wasserschnecken als Zwischenwirte ein und entwickeln sich dann weiter zu infektiösen Larven, den Zerkarien. Weitere Wasservögel können nun infiziert werden oder die Larven gelangen direkt in die menschliche Haut als Fehlwirt. Nach Penetration der menschlichen Haut sterben sie ab. An den betroffenen Hautstellen entstehen nach ein bis zwei Tagen juckende Papeln, die ohne Therapie nach 10 bis 20 Tagen abheilen. UV-Schutz Gefahren im Salzwasser
Quallen von mittelhoher
Gefährlichkeit Quallen mit hohem
Die portugiesische Galeere schwimmt mit Hilfe einer luftgefüllten Blase und hat bis zu 5 m lange Tentakel. Sie kommt vor allem in tropischen und subtropischen Gewässern, bei starkem Wind auch in Küstennähe vor. Verletzungssymptome sind intensive, brennende Schmerzen, Dermomyonekrosen bis hin zu Schock, Atem- und Herzstillstand. Quallenverletzungen und deren Therapie Bei den in den meisten Fällen verursachten Quallenverletzungen handelt es sich um streifenförmige, striemenartige, stark juckende oder brennende Erytheme und Papeln, die innerhalb weniger Tage wieder verschwinden. Tiefergehende Läsionen heilen erst durch Narbenbildung und Atrophie des Gewebes ab. Systemische Reaktionen wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Schüttelfrost können auftreten. Therapie: Antihistaminica und Corticosteroide sind therapeutisch erfolgreich. Kontakt mit Süßwasser ist zu vermeiden. Dieses bewirkt, dass Nesselzellen platzen und das Gift weiter in die Haut injiziert wird. Essig hat sich zur Erstbehandlung hingegen bewährt – nicht bei Kontakt mit der portugiesischen Galeere! –, ebenso das Einreiben mit Sand. Auch Rasierschaum gilt als hilfreiches Mittel, deaktivierte Nesselkapseln einfach abzuschaben. Bei schweren Verletzungen sind symptomrelevante Therapien und entsprechende Notfallmaßnahmen einzuleiten, wie z.B. »Box jellyfish antivenom« bei chironex fleckeri, Reanimation und intensivmedizinische Betreuung. Spezifische Therapie: Clownfische leben mit Seeanemonen, die ebenfalls der Gruppe der Nesseltiere angehören, in Symbiose. Diese Fische besitzen in ihrer Haut Substanzen, die sie vor Nesselverletzungen schützen. Dem israelischen Forscher Amit Lothan gelang es eben jene Elemente zu extrahieren – unter anderem eine silikonähnliche Substanz und einen Kationenkanalblocker. Der silikonähnliche Wirkstoff verhindert die Kontaktaufnahme der Nesseltiere mit der Haut, Kationenkanalblocker hemmen den Wassereinstrom und dadurch den enormen Druckanstieg in der Nematozyste. Ein Quallenschutzmittel, namens Safe Sea, konnte daraus gewonnen werden. Dieses kann über das Tropeninstitut bezogen bzw. in Apotheken gekauft werden. Durch einfaches Auftragen auf die menschliche Haut schützt es vorbeugend vor Kontakt mit Quallen. Die Zahl der explodierenden Nematozysten wird so reduziert und Hautveränderungen unterbleiben. Nach Kontakt mit den für die Menschen harmlosen Quallen, konnte die Wirksamkeit von Safe Sea gut belegt werden. Bei den Würfelquallen hingegen wurden, aufgrund der hohen Gefahrenstufen durch die Toxine, keine Studien durchgeführt. Ebenso bieten Taucheranzüge aus Neopren zumindest am Körper guten Schutz und sollten prophylaktisch angezogen werden. Andere Gefahren im Salzwasser Literatur bei den Verfassern. Anschrift der Verfasser: Dr. med. univ. Margaritha Litschauer-Poursadrollah*, **; Dr. med. univ. Dagmara Mayer**; Univ.-Prof. Dr. Reinhart Jarisch**; *Institut für Reise- und Tropenmedizin (Univ.-Prof. Dr. Heinrich Stemberger), Lenaugasse 19, 1080 Wien; **FAZ- Floridsdorfer Allergiezentrum, 1210 Wien, Franz Jonasplatz 8, jarisch@faz.at |
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