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40. Fortbildungswoche Saalfelden
Die Apotheke –
DIE Gesundheitsdrehscheibe der Zukunft

Qualitätssicherung und Kommunikation
der Leistungen des Apothekers
kristallisierten sich erneut als Voraussetzung des Fortbestandes des
Apothekerberufes heraus – auch auf der diesjährigen 40.
Fortbildungswoche in Saalfelden, die unter dem Thema »Hormone« stand.
Mag. Monika Heinrich

Die einzelnen Seminare im Rahmen der
Tagung waren
praxisbezogen und zahlreich besucht.
Männer haben die Fettdepots um den
Bauch, weil Fett an den Oberschenkeln die
Schnelligkeit bei der Jagd behindert. (Bierbauch)
Männer sitzen gerne vor dem Fernseher, weil er dem Flackern des Lagerfeuers ähnlich
ist.
Männer haben …
…eine durchschnittlich 7 Jahre kürzere
Lebenserwartung
zw. 25.-65. Lebensjahr versterben Männer 4 x häufiger an
Infarkten
Männer verlieren zwischen dem 20.und 70. Lebensjahr 7-9 Kilo
Muskel-
masse und der Fettanteil steigt in dieser Zeit um 20-30%
Hormontherapien werden den Männern als der JUNGBRUNNEN angepriesen!
… weshalb Testosteron ?
hohe Testosteronspiegel verstärken die Attraktivität
und das Durchsetzungsvermögen.
Bosse quer durch alle Branchen haben tatsächlich höhere
Testosteronspiegel
Der Anblick einer schönen Frau lässt das Testosteron in
die Höhe schnellen
Ehemänner haben niedrigere Testosteronwerte als Singles oder
geschiedene Männer
Priester haben gewöhnlich sehr niedrige Testosteronwerte
Die Kästen mit Zitaten zu Frauen und Männern
stammen
aus dem Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Andreas Jungwirth
(vgl. Referat in ÖAZ Nr. 5 vom 26.2.)
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Mag. Heinrich Burggasser |
Der Apotheker und die Apotheke
sind unersetzbar!
„Wir werden in Zukunft DIE Gesundheitsdrehscheibe sein, – das
erwarten sowohl die Bevölkerung als auch die Politik von uns.“ Mit
diesen Worten brachte der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer,
Mag. pharm. Heinrich Burggasser, in seiner Eröffnungsrede der Saalfeldener
Fortbildungswoche auf den Punkt, wie er die Zukunft der österreichischen
Apotheker sieht.
Zuvor war er kurz und pointiert auf die Herausforderungen und Problemstellungen
eingegangen, mit denen der Apotheker jetzt und in Zukunft konfrontiert
ist.
Zurück zum Konzessionssystem
So erwähnte Präsident Burggasser Polen, das vor wenigen Wochen
den Versandhandel sowohl mit rezeptpflichtigen als auch mit rezeptfreien
Arzneimitteln aus Gründen der Sicherheit verboten hat. Auch das
Konzessionssystem soll – nach Jahren der völligen Niederlassungsfreiheit – wieder
eingeführt werden, wobei festgelegt wird, dass zwischen den einzelnen
Apotheken ein Abstand von 3.000 m einzuhalten ist und sie 4.000 zu versorgende
Personen aufweisen müssen. Grund für diese Gesetzesänderung
war die massive Verschlechterung der Versorgungssituation der Bevölkerung
mit Arzneimitteln und die Entwicklung der einzelnen Apotheken zu »Schmalspurvarianten« mit
nur mehr statistisch 1,2 angestellten Apothekern bei einer täglichen
Offenhaltezeit von 12 Stunden. Dass hier Medikamente in erster Linie
nur mehr von unqualifiziertem Personal abgegeben werden, liege auf der
Hand, so Präsident Burggasser.
Power
Shopping bei Frauen erklärt sich durch die Vergangenheit
als Pilze- und Beerensammlerin.
Naschsucht
in der Aufgabe, den Reifegrad der Früchte zu testen!
| Die Geschlechter und der Verkehr |
| Männer |
Frauen |
| Jagdblick = Tunnelblick gut für den Straßenverkehr |
Breitband - Nahblick 90% sehen
räumlich schlecht |
82
% der Männer, aber nur 22 % der Frauen parken aufs erste Mal
richtig ein |
Parklückentest:
71 % der Männer : 23% der Frauen richtige Einschätzung |
Frauen
verursachen weniger Unfälle, weil sie einfach weniger fahren |
Kartenlesen
verbessert sich bei Frauen nach der Periode, wenn
der Östrogenspiegel sinkt und Testosteron relativ erhöht
ist |
Geschlechter und verbale Fähigkeiten
Männer – im
Urberuf Jäger und Problemlöser – reden zielgerichtet,
sachbezogen und oft derb = Berichtsprache
Frauen – soziale
Stellung in der Familie haben eine konsensbereitere »Beziehungssprache«
Frauen
haben 5 Zuhörlaute, Männer nur 3
Frauen
können 2 Gesprächen gleichzeitig folgen, Männer oft
nicht einmal einem!
Frauen
erleben ein Gespräch mit ihrer Mimik mit, Männer behalten
ihr Pokergesicht.
»… in der Apotheke – in die
Hand des Apothekers«
Mit Sorge ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung in Ungarn zu beobachten,
wo eine totale Liberalisierung beschlossen wurde, sowie in Italien,
wo Apotheker in Supermärkten angestellt sind. Mag. Burggasser
dazu: „Apotheker ohne Apotheken sind inakzeptabel. Das Arzneimittel
gehört in die Apotheke, in die Hand des Apothekers. Nur so kann
die Arzneimittelsicherheit für die Bevölkerung gewährleistet
bleiben und der Apotheker jene Leistung erbringen, die er als Arzneimittelfachmann
und Nahversorger zu leisten imstande ist.“
Auch Dr. Andrea Kdolsky, neue Bundesministerin für Gesundheit, Familie
und Jugend, versicherte, so Mag. Burggasser weiter, diesen von ihrer
Vorgängerin Maria Rauch-Kallat beschrittenen Weg weiter gehen zu
wollen; auch sie lehnt Arzneimittel – rezeptfreie wie rezeptpflichtige – aus
dem Drogeriemarkt vehement ab. „Dafür“ so Mag. Burggasser „und
für die breite und gute Gesprächsbasis bedanken wir uns.“ (siehe
auch Seite 308.)
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Eines der Highlights war der
Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich
zum Thema »Aggression«. |
4-Augen-Prinzip und Baccalaureat
Weiters forderte Mag. Burggasser eindringlich das Beibehalten des 4-Augen-Prinzips,
ohne das und die Beratung des Apothekers eine verantwortungsvolle und
optimale Arzneimittelversorgung der Bevölkerung nicht möglich
ist. Denn nur der Apotheker ist aufgrund seiner Ausbildung der Arzneimittelfachmann,
der direkt und unmittelbar mit dem Kunden bzw. Patienten in Kontakt
steht.
In diesem Zusammenhang lehnte er auch das Baccalaureat für die Pharmazie
erneut ab und bat dessen Befürworter, diese Forderung noch einmal
zu überdenken, da in der Pharmazie kein Platz für Schmalspurpharmazeuten
sei. Darüber hinaus erwähnte er die Rolle des neuen »Arzneimittelsicherheitsgurtes« als
Werkzeug der Compliance-Sicherung, wobei aber sehr auf die Freiwilligkeit
und Datensicherheit zu achten sei.
Qualitätssicherung
und Nahversorgung
„Eine der wichtigsten Fragen für die Zukunft unseres Berufsstandes
ist die Qualitätssicherung, auch in unserer Rolle als Nahversorger,“ stellte
Präsident Burggasser fest und betonte sowohl die erforderliche Beratungskompetenz,
die magistrale Zubereitung, Eigenherstellungen als auch die soziale Rolle
des Apothekers. „Wir sind die letzten Sicherer der Nahversorgung
und eine der letzten Berufsgruppen, die noch wissen, wo die Menschen
der Schuh drückt. Wir müssen und sollen das Potenzial,
das wir im Laufe unseres Studiums und unserer Ausbildung erwerben, bei
jedem Kundenkontakt ausschöpfen. Nur so können wir die Unersetzbarkeit
des Apothekers und der Apotheke immer wieder unter Beweis stellen.“
Anlässlich dieses 40. Jubiläums der Fortbildungswoche in Saalfelden
vom 25. Februar bis 2. März begrüßte Präsident Burggasser
auch Altpräsident Mag. pharm. Franz Winkler (siehe Bild), der im
Gespräch die stete Pflege von Kontakten zu Politikern und Entscheidungsträgern über
Anlässe hinaus als essenziell für den Apothekerstand anführte.
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Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. Eckhard Beubler referierte – ganz
aktuell – zu Wechselwirkungen von Arzneistoffen«. |
Nach herzlichen Glückwünschen zum Geburtstag von Vizepräsidentin
Dr. Christiane Körner und Helga Winkler, der Gattin von Altpräsident
Winkler, leitete die virtuose Bläsergruppe zu den Vorträgen über.
Diese wurden - wie schon »traditionell« – hervorragend
organisiert von Mag. pharm. Franz Biba und dem wissenschaftlichen Leiter
der Fortbildungskommission, Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. Eckhard Beubler,
wobei einerseits in den Vorträgen auf ein breites Basiswissen Wert
gelegt wurde und in den Seminaren »von ApothekerInnen für
ApothekerInnen« der Praxisbezug verstärkt wurde.
Auch das Rahmenprogramm – wieder von den bekannten Firmen tatkräftig
unterstützt – konnte sich sehen lassen und wurde von den rund
470 Teilnehmern begeistert angenommen.
Lesen Sie dazu den zweiten Teil dieses Berichtes in der nächsten ÖAZ,
Nr. 8, vom 10. April.
Gebro Pharma – auf dem Weg nach »Europa«

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Mag. pharm.
Pascal Broschek |
Anlässlich der 40. Fortbildungswoche der Österreichischen
Apothekerkammer in Saalfelden besuchten mehr als 40 ApothekerInnen die
Tiroler Firma Gebro, um Neues aus dem Firmenbereich zu erfahren. Die
größte Neuigkeit ist gerade im Werden, nämlich die
völlige Umgestaltung und Neuausrüstung der Ampullierung, ein
besonders sensitiver Bereich mit hohen Anforderungen. Über
eine weitere Neuerung wurde schon früher kurz berichtet, denn Mag.
Pascal Broschek übernahm 2005 die Geschäftsführung
des Familienunternehmens. Im folgenden Gespräch skizziert er den
Weg der Firma nach »Europa«.
Am Beginn des Interviews stand die Frage, warum die Europäisierung
des Pharmageschäftes für ein nationales Familienunternehmen
wie die Gebro Pharma so bedeutsam ist. „Als während der 70er
Jahre eine eigene Tochtergesellschaft in der Schweiz gegründet wurde,
begann schon dieser Weg, den wir in unserem Denken noch lange Zeit mit »nationalen
Schuhen« beschritten“ schilderte Mag. Broschek. Wegweisend
waren seither die Kontakte mit internationalen Lizenzpartnern und ihre
miterlebte Entwicklung.
Aus der Zyma wurde in Etappen schließlich Novartis und aus der
gemeinsamen Tochter Zyma-Gebro die Novartis Consumer Health-Gebro.
Die Schweizer GABA (Elmex®) wurde vor kurzem von Colgate übernommen.
Von Glaxo profitierte Gebro Pharma durch das Doppelmarketing mit Zantac®/
Ulsal®.
Dank des Lizenzvertrages mit der deutschen Schwarz-Pharma erwarb Gebro
Pharma mit Isoket® und Monoket® wertvolle Kenntnisse im Herz-Kreislauf-Bereich.
„Um solche Kooperationen erfolgreich zu bestreiten war es notwendig,
sich auf die internationale Denkweise einzustellen, obwohl damals der
Heimmarkt aus »patriotischen« Gründen und der vorhandenen
Marktpotenziale im Vordergrund stand,“ ergänzte Mag. Broschek.
Außerdem gilt die lokale Markstellung eines Unternehmens und seiner
Produkte als beste »Visitenkarte« bei Lizenzgesprächen.
Heute betreibt Gebro Pharma ein höchst aktives internationales »In-
and out-Licencing« mit kalkuliertem Risiko, denn jedes Projekt
erfordert in der Anfangsphase großen finanziellen Aufwand.
Wie wichtig ist die eigene
Arzneimittelproduktion?
Bekanntlich bedienen sich heute Arzneimittelunternehmen immer mehr der
Mitarbeit von Lohnherstellern, sodass man gar nicht mehr weiß,
woher ein Arzneimittel stammt. Aus der Sicht von Mag. Broschek werden
die heutigen Konsumenten immer kritischer, was die Umwelt und ihren Körper
betrifft. Sie wollen nicht nur wissen, woher die Kuh kommt, deren Fleisch
sie essen, sondern auch, mit welchen Sicherheitsansprüchen ihr Medikament
produziert wird – die Generika-Debatte hat die Frage nach der Herstellqualität
zusätzlich stimuliert. Mag. Broschek erwartet sich ein weiter steigendes
Interesse daran. Außerdem gab er zu bedenken, dass die räumliche
Vernetzung von Forschung & Entwicklung, klinischer Prüfung,
Produktion, Marketing und Vertrieb Kontaktmöglichkeiten in der Firma
schafft, die trotz aller moderner Kommunikationsmittel in dezentralisierten
Unternehmen fehlen. „Bei uns kann ein Galeniker, Marketingmitarbeiter
oder Mediziner in 3 Minuten in der Produktion sein und sich dort selbst
ein Bild vom konkreten Problem machen und umgekehrt,“ so Mag. Broschek.
Selbstmedikation oder
Verschreibungsbereich?
Auf die Frage, wo mittelfristig Schwerpunkte gesetzt werden, sprach sich
Mag. Broschek aus internationaler Sicht klar für den Verschreibungssektor
aus und begründete dies mit den unterschiedlichen Anforderungen.
Für jedes der beiden Segmente benötigt man nämlich unterschiedliche
Organisationsformen und Spezialisten mit verschiedenem Ausbildungsgang. „Viele
unserer Partnerfirmen und unsere Töchter haben sich auf den Verschreibungsbereich
spezialisiert, was allerdings nicht bedeutet, dass allfällig bestehender
Umsatz mit OTC-Produkten nicht erfolgreich betreut wird. Insgesamt betrachtet
ist der Markenaufbau im OTC-Geschäft sehr aufwändig, und daher
liegt die Schwerpunktsetzung auf dem Verschreibungsbereich. Davon ausgenommen
bleibt Österreich, wo es am OTC-Sektor in mehr als 40 Jahren gelungen
ist, entsprechende Strukturen und Marktkenntnisse aufzubauen und damit
umsatzmäßig Spitzenstellungen mit Präparaten wie Vitawund®,
Hova®, Halset®, Lemocin®, Otrivin® oder Nicotinell® zu
erreichen.
Absicherung der Zukunft
In einer Welt der immer größer werdenden Firmenzusammenschlüsse
seinen Platz nicht nur zu verteidigen, sondern auszubauen ist für
jedes mittelständische Pharmaunternehmen eine gewaltige Aufgabe.
Mag. Broschek baut hier auf die Flexibilität der Mitarbeiter und
auf die einfachen Entscheidungshierarchien im Unternehmen. Beide Faktoren
zählen nicht zu den Stärken von Konzernen.
„Unsere langfristige Zielsetzung steht unter der Prämisse
der Erhaltung der Selbständigkeit und Unabhängigkeit und
lautet: Als unabhängiges Unternehmen wollen wir in den von uns besetzten
Kompetenzfeldern und definierten Märkten zu einem führenden
Partner/Key-Player im Gesundheitswesen werden.“
Mag. pharm. Dr. Alfred Klement
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