ÖAZ Aktuell (Ausgabe 9/2005)

Information 9/2005

INFORMATION

Herkömmliche Duschöle: Können die Hornschichtbarriere schädigen
Stoffwechselsyndrom: Neue Definition
Industrie
Blick ins Ausland

Können die Hornschichtbarriere schädigen

Herkömmliche Duschöle

Trockene Haut und Ekzeme nehmen immer mehr zu. Hierbei spielen häufiges Duschen und Baden und die Verwendung falscher Reinigungsprodukte eine beträchtliche Rolle. Seit vor mehr als zwanzig Jahren der pH-Wert als wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung der Haut entdeckt wurde, gibt es die Empfehlung, Seife durch Syndets zu ersetzen, die den hautneutralen pH-Wert 5,5 haben. Diese Syndets trocknen die Haut jedoch stark aus, so dass Produkte entwickelt wurden, in denen Reinigungssubstanzen mit Ölkomponenten kombiniert sind.
Die Pflegesubstanzen und Öle verbleiben nach dem Duschen auf der Haut und sorgen für Rückfettung und Schutz. Ein in Schweden durchgeführter Test mit acht herkömmlichen Duschölen zeigte jedoch, dass auch diese Duschöle – im Gegensatz zu medizinischen Duschölen – die Haut stark reizen können. Das irritierende Potenzial der Testprodukte wurde durch einen Pflastertest, den Epikutantest, ermittelt. Die Haut wurde nach einer und nach 24 Stunden beurteilt, und es zeigte sich, dass einige Produkte die Haut auch bei Belassen des unverdünnten Produktes über 24 Stunden direkt auf der Haut nicht reizen, während andere starke Irritationen hervorrufen.
Wenn das Duschöl nach Anwendung abgewaschen und dann erst das Pflaster aufgebracht wurde, traten nach einer Stunde leichte Reizungen auf, 24 Stunden nach dem Abwaschen waren jedoch bei keinem der getesteten Produkte Hautreizungen nachweisbar. Die Messung des transepidermalen Wasserverlustes zeigte, dass auch Duschöle die Hornschichtbarriere schädigen können. Zwei Öle führten zu signifikant erhöhtem Wasserverlust über die Oberhaut. Der Wert lag dabei zehn mal niedriger, wenn die Haut vor der Messung mit Wasser abgewaschen wurde, als wenn direkt nach Entfernung des Pflasters gemessen wurde.
Damit nach dem Duschen keine hautirritierenden Substanzen auf der Haut verbleiben, sollten solche Duschöle deshalb immer sorgfältig abgewaschen werden, auch wenn dadurch ein großer Teil der pflegenden Öle mit von der Haut entfernt wird. Die Autoren der Studie (British Journal of Dermatology) empfehlen, dass für die Entstehung von Ekzemen herkömmliche Duschöle als Auslöser in Betracht gezogen werden sollten.
M. Loden et al.: Irritation Potential of Bath and Shower Oils before and after Use: A Double Blind Randomized Study. Br J Dermatol 2004, 150: 1142-1147

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