Der Apotheker als Nahversorger ist nicht nur Ansprechpartner für alle Bereiche der menschlichen Gesundheit, sondern wird oft auch in Sachen Hund & Katz' um Rat gefragt.
In dieser Serie finden Sie Tipps und Hinweise für die vierbeinigen Lieblinge Ihrer Kunden.
Apotheke für Hund & Katz'
Signale vom Tier:
Etwas stimmt nicht!
Ein regelmäßiger Harn- und Kotabsatz bei den Haustieren ist ein wichtiger Hinweis auf den Gesundheitszustand der vierbeinigen Mitbewohner. Ist eine Änderung der Menge oder der Farbe des Harnes ersichtlich, kann dies auf eine Erkrankung des Harntraktes, aber auch verschiedener anderer innerer Organe wie z.B. der Leber oder der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen sein. Eine vermehrte Wasseraufnahme und in Folge ein vermehrter Harnabsatz können ein Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein. Bei normaler Außentemperatur nimmt ein Tier ca. 100 ml Wasser pro kg Körpergewicht pro Tag zu sich abhängig von der Nahrung, denn bei Trockenfuttergabe kann sich die Menge entsprechend vergrößern. Jede auffällige Änderung sollte bewusst kontrolliert und dem Tierarzt mitgeteilt werden. Ein verminderter oder fehlender Harnabsatz kann auf eine Erkrankung der Nieren oder der ableitenden Harnwege hinweisen und ist im Extremfall lebensbedrohend, deshalb ist eine sofortige Konsultation des Veterinärs notwendig. Auch eine Änderung der Farbe des Harnes ist ein Hinweis auf eine Erkrankung, meist ist es eine Blasenentzündung, es kann aber auch eine Insuffizienz der Niere oder eine Erkrankung des Blutes sein. Bei der Beurteilung der Farbe des Harnes kann man als Normalwert eine strohgelbe Farbe annehmen.
Der Kot des Haustieres gibt Aufschluss über eventuelle Erkrankungen des Darmtraktes. Eine Insuffizienz ist relativ häufig und zeigt eine breite Palette von harmlosem Durchfall bis zu schweren Erkrankungen. Diarrhöe kann infolge raschen Austrocknens und durch den Elektrolytverlust zu akuten Problemen führen, deshalb ist es angeraten, die Nahrung für 24 Stunden auszusetzen und genügend abgekochtes Wasser anzubieten. Auch die Gabe einer Glucose-Lösung kann empfohlen werden, nicht aber sollte man Medikamente aus der Humanhausapotheke einsetzen sie könnten im Extremfall tödlich sein.
Ein weiteres Indiz für eine Erkrankung des Haustieres kann Erbrechen sein. Bei Katzen ist ein seltenes Erbrechen normal und dient zum Ausscheiden der Haare, dann sieht man im Erbrochenen auch Haarknäuel. Ist das Erbrochene aber vorwiegend Futter angedaut oder direkt nach der Nahrungsaufnahme , die Frequenz des Erbrechens erhöht, zeigt das Tier ein schlechtes Allgemeinbefinden, steigt die Körpertemperatur oder ist das Erbrochene blutig, ist ein Besuch beim Tierarzt dringendst anzuraten. Das gleiche gilt entsprechend beim Hund.
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Spulwurm Toxocara canis
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Hände waschen!
Schon beim Hundestreicheln droht Wurminfektion
Hundeliebhabern kann einer wissenschaftlichen Studie zufolge schon beim Streicheln ihrer Vierbeiner eine gefährliche Wurminfektion drohen, die u.U. bis zur Erblindung führt. Neuesten Erkenntnissen zufolge nisten sich die Eier des gefürchteten Spulwurms Toxocara canis auch im Fell der Tiere ein, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin »New Scientist«. Bisher waren lediglich Infektionen über Fäkalien oder verschmutzte Erde bekannt geworden. Der Spulwurm befällt die Eingeweide von Hunden und wird über den Kot ausgeschieden.
Beim Menschen werden die nur einen Millimeter großen Eier nach einer Aufnahme über den Blutkreislauf in Lungen, Leber oder Augen transportiert, wo der Wurm im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Britische Tierärzte fanden bei der Untersuchung von 60 Hunden nun bei jedem vierten auch Wurmeier auf dem Fell. Drei der 71 Eier waren so weit entwickelt, dass sie auch Menschen hätten infizieren können.
Die Tierärzte empfehlen eine regelmäßige Entwurmung der Haustiere. Zudem müsse nach dem Kontakt mit den Tieren besonders bei Kindern auf sorgfältige Hygiene geachtet werden. Nach intensivem Streicheln empfehlen die Veterinäre Händewaschen. In den USA infizieren sich jedes Jahr rund 10.000 Menschen mit Toxocara.
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