Slowenien: EPSA-Kongress 2003
Über die Grenzen hinaus
Anfang Mai verließ ich Slowenien, nachdem ich dem European Pharmaceutical Students' Association (EPSA) Kongress beigewohnt hatte, voller wunderbarer Eindrücke, neuer Ideen und Enthusiasmus. Gerade für uns als österreichische Pharmaziestudenten ist es wichtig, den Kontakt zu anderen Kollegen auf der ganzen Welt, besonders aber in Europa aufrecht zu erhalten. Denn erstens ist es klar, dass ein Land, das über die aktuellen europaweiten Entwicklungen nicht im Bilde ist und nicht aktiv daran teilnimmt, sehr bald im internationalen Vergleich Einbußen verzeichnen wird müssen. Zweitens ist gerade für ein kleines Land wie Österreich mit verhältnismäßig wenig Pharmaziestudenten (auch was den Vergleich mit kleineren Ländern wie z.B. Holland betrifft) internationale Zusammenarbeit sehr wichtig, um auch Bereiche abzudecken, die es im eigenen Land kaum gibt. Schlussendlich darf man aber nicht vergessen, dass gerade die Wiener Pharmazie-Uni europaweit einen Spitzenplatz einnimmt, was technische Ausstattung, Lehre etc. betrifft, sodass es viel gibt, was wir unseren Kollegen zu bieten haben. Dass an Informationen aus unserem Land großes internationales Interesse besteht, gab man mir während des Kongresses sehr oft zu verstehen, was mich natürlich besonders gefreut hat, da ich diesmal als einziger österreichischer Vertreter unterwegs war.
Ein großes Lob gebührt den Kollegen aus Slowenien, die den Kongress in der malerischen Küstenstadt Portoroz zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Der Kongress fand unter dem Motto »Innovative Drugs and Generics« statt, wobei natürlich nur ein Teil der Zeit für den wissenschaftlichen Teil des Kongresses vorgesehen sein konnte, denn die Beschäftigung mit Lehre, Studentenaustausch, internationalen Projekten, vor allem aber der weitere EPSA-Kurs und die Wahl eines neuen Präsidiums sind Fixpunkte des jährlich stattfindenden Kongresses. Aus dem Bereich Wissenschaft lässt sich der Vortrag mit anschließendem Workshop von Professor Dominique Duchêne, der EUFEPS-Präsidentin, zum Thema »New Safe Medicines Faster« hervorstreichen wie können effiziente, sichere Medikamente schneller auf den Markt gebracht werden?
Das Hauptaugenmerk im Bereich Lehre wurde auf den »Bologna Process«, also das Bestreben, die Lehrpläne im Bereich der Pharmazie europaweit zu harmonisieren, gerichtet ein Anliegen, das ich persönlich für enorm wichtig halte, da es die Transparenz der verschiedenen Lehrpläne erhöht und Vergleiche zwischen pharmazeutischen Fakultäten etc. erlaubt. Außerdem würde eine Verwirklichung dieser Idee Studenten die oft langwierige und komplizierte Anrechnungsphase erleichtern und verkürzen, die sie beim Wechsel des Studienortes innerhalb Europas hinnehmen müssen.
Gerade die Generalversammlung, die jeden Tag mehrere Stunden und öfters auch den ganzen Tag in Anspruch nahm, war von besonderer Bedeutung. Hier zeigte sich, warum eine persönliche Anwesenheit von wenigstens einem österreichischen Vertreter unbedingt notwendig ist. Nach der Wahl des neuen Präsidiums sah ich, dass ich mit vielen Mitgliedern während des Kongresses sehr gute persönliche Kontakte herstellen konnte, die über bloße Kollegialität hinaus gehen, wie etwa mit Bénigne Gandré aus Frankreich oder Halil Tekiner aus der Türkei. Jeder wird verstehen, dass es so viel leichter ist, österreichischen Anliegen im Rahmen von EPSA die entsprechende Bedeutung zukommen zu lassen.
Abseits des offiziellen Programms gab es in der netten Atmosphäre des slowenischen und internationalen Abends oder bei einem Kaffee in einem der gemütlichen Strandlokale viele konstruktive und interessante Gespräche, die dazu führten, dass wir eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Frankreich zu erwarten haben, über die ich gerne beizeiten berichten werde. Außerdem ist natürlich der Kontakt zu unseren Deutschen und Schweizer Kollegen recht intensiv gewesen, sogar die Idee der Gründung einer Subgruppe mit dem Namen GSEPSA (German Speaking European Pharmaceutical Students' Association) war geboren.
Abschließend möchte ich jedem kontaktfreudigen Pharmaziestudenten, der über angemessene Sprachkenntnisse verfügt bei mir sind es neben dem Deutschen Englisch, Französisch und Italienisch sowie slawische Sprachen, es wäre schön, wenn sich beim nächsten Kongress noch ein paar andere Sprachen von anderen Studenten dazugesellen würden empfehlen, bei einem EPSA-Kongress dabei gewesen zu sein es ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Cand. pharm. Kosta Cvijovic
|