Mag. Michael Plank
Zum Thema »THC im Weihrauch«
Viel Rauch
Boswellia. »Weihrauch als Rauschmittel«, »Weihrauch als Krebserreger« oder doch »Weihrauch als Medikament« was ist wirklich dran an diesen effektheischenden Schlagzeilen? Ein Beitrag über die Nebenwirkungen des Allzu-Menschlichen.
Seit gut einem Jahr habe ich vor allem in der gegenwärtigen Literatur recherchiert, ob an dem Gerücht etwas Wahres sei: der kirchlich verwendete Weihrauch enthielte ähnliche psychoaktive Inhaltsstoffe wie Haschisch. Es geht um Cannabinole im Räucherwerk des christlichen Gottesdienstes, bestehend aus überwiegend Harztropfen der Gattung Boswellia; manchmal gemischt mit Harz von Commiphora-Arten und kleinen Mengen anderer Pflanzenteile (1, 2). Just im Sommer 2001 gab es Verdachtsmomente einer carcinogenen Wirkung des kirchlichen Weihrauchs. Knapp vor Ostern 2002 erscheint Gerhard Haderers Cartoon-Buch »Das Leben des Jesus« (Ueberreuter Verlag, Wien) mit dem Verweis auf der letzten Seite vor dem Umschlag: es sei nachgewiesen, dass Weihrauch THC enthalte (3). Eben aus diesem Grund taucht der bekannte Karikaturist das Wirken des Religionsgründers in den »Dunst des Rausches«. So scheint dieses Thema eine durchaus beabsichtigte Brisanz auszuüben, welche wahrscheinlich bereits in der ehemaligen DDR gewirkt haben muss. Zu einer solchen Meinungsbildung über ein »unheiliges Räuchermittel« möchte ich hier Stellung beziehen.
Wirkung: Knalleffekt in Österreich
In der Märzausgabe der österreichischen Zeitschrift »Wiener« (4) von 1993 berichten zwei Reporter von einer Architektin und Gemeinderätin in Niederösterreich, sie sei wegen der Bewusstseins erweiternden Wirkung des kirchlichen Weihrauchs »persönlich tief beunruhigt« (5). Ihr »Mitstreiter« Georg Fridrich Professor an der HTL für Chemische Betriebstechnik in Wels sieht im Weihrauch "eine ernst zu nehmende Bedrohung der Volksgesundheit" (6). Beide fordern von den österreichischen Behörden eine sofortige Überprüfung: es folgt beim Gesundheitsministerium ein Antrag (Ende Jänner 1993 gestellt) auf »Überprüfung des Weihrauchs als Rauschmittel« (7). Der damalige Pharmazeut und Abteilungsleiter für »Zulassung von Arzneimittelspezialitäten«, Min.-Rat Dr. Alexander Jentzsch, sieht darin "ein sensibles Thema" (8). "Überraschend prompt beauftragte die Suchtgiftüberwachungsstelle des Gesundheitsministeriums die Bundesstaatliche Anstalt für experimentell-pharmakologische und balneologische Untersuchungen mit den heiklen Nachforschungen." (9) Doch es gab seither von dieser offiziellen Seite keine Veröffentlichung über Ergebnisse. Jentzsch gibt bereits 1993 zu bedenken, dass es vom finanziellen Aufwand her und in Beachtung größerer Prioritäten eher schwierig sei, einer solchen Untersuchung nachzugehen (10). Nach Auskunft auf meine telefonische Anfrage hin (11) gibt es keine »offiziellen Untersuchungsergebnisse«.
Ursache: Vermutungen (nicht nur) in der DDR
Worauf stützten sich die Gemeinderätin und Georg Fridrich? In diesem Artikel erwähnt Fridrich "Studien der Leipziger Wissenschafter Dieter Martinetz, Karlheinz Lohs und Jörg Janzen. Diese fanden heraus, dass die beiden Weihrauchinhaltsstoffe Verbenol und Olivetol bei der Räucherung wahrscheinlich zu THC (Tetrahydrocannabinol) synthetisiert werden. Und das ist nichts anderes als der Stoff, aus dem die süßen Haschischträume sind" (12). Zu dieser Publikation (13) sind folgende Bemerkungen zu treffen:
Dort genannte Studien mit zwei Boswellia-Fraktionen bei Ratten wirkten wohl analgetisch und sedierend, jedoch wird keine pathogene oder lebensbedrohliche Reaktion erwähnt; der dort genannte Chemiker Ludwig Klages (18721956) erwähnt zwar den Weihrauch neben Opium, stellt aber keinen chemischen Zusammenhang auf, sondern wünscht sich eine Untersuchung von Rausch und Rauschmitteln (neben "Lorbeer,
ätherische Öle,
"); eine chemische Synthese von THC im Räucherungsprozess wird nicht festgestellt, sondern als theoretische Möglichkeit angedeutet; in einer abschließenden Bemerkung hiezu wird nicht von einer Sucht erzeugenden oder hypnotischen Wirkung auf den Menschen gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit eines erklärbaren »stimulierenden« Effekts; wobei die Forscher betonen, das Olibanumharz nicht als gefährliche Droge diskreditieren zu wollen.
Erste Untersuchung: kein Suchtgift
Soweit die Interpretation der veröffentlichten Texte. Wie äußern sich andere Quellen zur Entstehung der psychotrop wirksamen Tetrahydrocannabinole, deren es aufgrund verschiedener chemischer Strukturen mehrere gibt (14)?
Direkte Hinweise auf mögliche biogene Synthesewege von THC habe ich noch zwei gefunden:
In einem organisch-chemischen Standardwerk (15) wird 1-3,4-trans-Tetra-hydrocannabinol aus dem Terpen Citral (beispielsweise in Lemongras-Öl enthalten) und Olivetol theoretisch synthetisiert, möglicherweise als Hinweis auf die Laborpraxis (16), jedoch nicht auf die Pyrolyse von Weihrauch! Während Verbenol sehr wohl in Weihrauchölen gefunden wurde (17), kommen laut Martinetz selbst (18) Citral und Olivetol als solche nicht in Weihrauchölen vor, wohl aber strukturverwandte Terpene und Phenole bzw. Phenolether (19).
Ein Standardwerk für Arzneidrogen (20) weist auf eine Biosynthese (mit Hilfe von Enzymen) des THC in Cannabis sativa (indischem Hanf) hin, wobei wiederum ein Terpen (hier Geraniol) und Olivetolsäure wirksam werden, doch vom Weihrauch wird hier nicht gesprochen.
Zusammenfassend kann hiezu gesagt werden, dass bei Martinetz und den beiden vorhin genannten Werken nur von theoretischen Synthesewegen aus strukturähnlichen Ausgangsstoffen die Rede ist, jedoch niemals von einer im Weihrauch oder dessen Räucherung nachgewiesenen Reaktion (21). Es ist also verfehlt, aus solcher Literatur auf eine bewiesene halluzinogene Wirkung des Weihrauchs zu schließen. Fridrich hat schlichtweg geirrt und voreilig geurteilt.
Trotzdem mag eine Untersuchung angebracht sein. Doch wird in den mir verfügbaren Quellen von keinem Nachweis des THC im Weihrauch berichtet, ja in drei Fällen (22) wird er sogar ausdrücklich verneint. Zudem kann THC noch in 0,02ml Körperflüssigkeit bis auf 107 mol nachgewiesen werden (23) (hat man darauf Ministranten schon getestet?), so ist es mir schleierhaft, wie eine US-amerikanische Apotheke (24) THC im Harn auf Weihrauch zurückführen kann. Wenn das Standardwerk »Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis« (25) nichts von ähnlichen Prozessen erwähnt und eine botanische Datei (26) einen veralteten Hinweis auf THC im Weihrauch in einer jüngeren Ausgabe gelöscht hat, scheint es mir an der Zeit, nach einem »Politikum« in dieser ganzen Diskussion zu fragen. Hat doch zuletzt Martinetz selbst in einem jüngeren Artikel über den Weihrauch nichts von diesem »sensiblen Thema« geschrieben (27), während sein Hauptwerk aus der Zeit der DDR stammt. Einfach ärgerlich bleibt manch schlecht recherchierter und irreführend formulierter Hinweis auf »Rausch/THC und Weihrauch« in Internet und Literatur (28).
Zweite Untersuchung: Krebserreger contra Medikament
Das englische Wort für den kirchlichen Weihrauch (v.a. Boswellia-Arten!) (29) heißt »frankincense«, wird jedoch im angloamerikanischen Raum bei weitem nicht so häufig verwendet wie der allgemeine Begriff »incense«. Dieser bedeutet soviel wie »Räucherwerk« also »Weih-Rauch« ohne Festlegung auf einen geografischen oder religiösen Raum. Ein Christ versteht darunter eine andere pflanzliche Mischung als etwa ein Buddhist. So kam es im Sommer 2001 zu einer fatalen Fehldeutung: »Spiegel Online« veröffentlicht eine Übersetzung einer wissenschaftlichen Studie mit dem Titel »Weihrauch enthält Krebs erregende Stoffe« (30) und zitiert dabei das britische Wissenschaftsmagazin »New Scientist«. Auch andere Nachrichtenmedien gehen auf diese Information ein: der österreichische »Der Standard« (31) unter dem Titel »Weihrauch macht krank« und der ORF auf seiner Religions-Webseite (32) unter dem Titel »Weihrauch gefährdet die Gesundheit«. Sogar die deutsche Version der »Medical Tribune Online« verwendet in ihrer Kurzfassung den unpräzisen Begriff »Weihrauchstäbchen« (33). Die jeweiligen Texte suggerieren dem Leser, es handle sich um christlich-kirchlich verwendeten Weihrauch. Zudem setzt »NewScientist.com« das Foto eines asiatischen Mönchs mit Räucherstäbchen neben den Artikel (korrekterweise), während »Spiegel-Online« das Foto einer christlich-kirchlichen Inzens in seinen Artikel einfügt! Die BearbeiterInnen der genannten deutschsprachigen Versionen bemerken gar nicht den Fehler einer fatalen Missinterpretation: im Artikel des »New Scientist« (34) geht es ausschließlich um eine Untersuchung eines Tempels in Tainan City (Taiwan, R.O.C.) unter der Leitung von Ta Chang Lin von der »National Cheng Kung Univeristy in Tainan«. Im dortigen Vergleich mit einer Straßenkreuzung und mit einer mit Zigarettenrauch verschmutzten Wohnung schneidet das »incense burning« deutlich schlechter ab, soweit es das Krebsrisiko anlangt (hohe Konzentration an »PAH« = polycyclic aromatic hydrocarbons, z.B. Benzpyren). Es wurden also ausschließlich asiatische Räucherwerkprodukte untersucht, »incense« ist eben nicht dasselbe wie »frankincense«. Doch sofort folgt eine negative Kettenreaktion: das »kulturinformationszentrum web-flachsinn« »kiz« veröffentlicht einen Online-Artikel kurz darauf mit dem Titel: »Raus aus der Kirche! Weihrauch erregt Krebs« (35). Im »Newsroom« (einem Online-Forum) der Zeitung »Der Standard« allerdings entdeckt ein kluger Leser den entscheidenden Unterschied und bittet um mehr Präzision (36). Allerdings fand ich einen Hinweis auf eine Untersuchung des Umweltschutz-Instituts von Lausanne in der Schweiz von 1991, die den Einbau von Ventilatoren in einer Kirche in der Nähe von Genf zur Folge hatte, um eine gefährliche Ansammlung von »PAH« durch Weihrauch und Kerzen zu verhindern (37). Übrigens erinnert ein 1992 erschienener Artikel daran, dass asiatisches Räucherwerk im Unterschied zum kirchlichen oft eine mit bestimmten Bindemitteln gepresste Masse darstellt, deren Gefahr eher in den verwendeten »chemical ingredients« liegt als beispielsweise in den Harzen (38). Abgesehen davon entdeckte ich auch anders-lautende Untersuchungsergebnisse bei asiatischen Räucherstäbchen (39), welche deren Verbrennungsprodukten ein geringeres Krebs erregendes Risiko zuschreiben als einem starken Küchen- oder Tabakrauch. Verhindert hier der religiöse Glaube eine vermehrte gefährliche Intoxikation? Eine solche Untersuchung schiene mir noch ausständig.
Viel aufschlussreicher jedoch halte ich die gegenwärtigen Forschungen an Boswellia serrata roxb. in Bezug auf die entzündungshemmende Wirkung v.a. der Boswellin-Säuren. Das Präparat »H 15« macht seit einiger Zeit berechtigte Schlagzeilen nicht nur in pharmazeutischen Kreisen. Für nähere Informationen sei auf die inzwischen gewachsene Fachliteratur verwiesen (40). Es bleibt zu hoffen, dass Missverständnisse sich kurzlebiger halten als seriöse Veröffentlichungen gediegener Forschungsergebnisse.
Fazit: Menschsein besitzt »Nebenwirkungen«
Wie bei anderen pflanzlichen Wirkstoffen kommt es auch beim kirchlichen Weihrauch auf Zubereitung und Dosis an. Eine mögliche Übelkeit wird in der Literatur auf verunreinigte Mischungen zurückgeführt oder/und auf einen schlechten Räucherungsprozess. Es besteht ein Unterschied darin, ob die Weihrauchkörner auf einer heißen Metallplatte zum Schmelzen gebracht werden oder auf einer glühenden Kohle, ob Olibanumöl in der Duftlampe mit Wasser verdunstet oder ohne Wasser »verdampft« (41). Die Entstehung von Allergenen (42) und Verunreinigungen (43) bzw. Reizstoffen ist bei keiner Räucherung auszuschließen. Kennt man heute über 250 Inhaltsstoffe und Pyrolyseprodukte, so konnte man bis jetzt noch nicht das Molekül ausfindig machen, welches für den typischen Geruch verantwortlich ist (44). Die Erforschung des Weihrauchs kann sich überdies nicht nur auf seine einzelnen Inhaltsstoffe beschränken, sondern muss auch deren Synergie berücksichtigen (45) Dazu kommen körpereigene Endorphine, die eine Entspannung und Stimmungsaufhellung verstärken können. Leib und Seele wirken eben zusammen
! Dazu bedarf es keiner Deutung des Weihrauchs als Suchtstoff. So sehe ich den positiven Ursprung wie Nutzen christlicher Räuchertradition vielmehr religionspsychologisch verwurzelt (46). Über eine aromatherapeutische Wirkung hinaus scheint mir die kirchlich verursachte Stimulierung durch Weihrauch nicht zu reichen.
Heilung oder Schaden: eine Frage nicht nur von Gewicht, Mengenverhältnissen und (bio-)chemischen Strukturen, sondern auch von Ansichten und Absichten; die Notwendigkeit einer solchen Unterscheidung legt schon die Ambivalenz des deutschen Begriffs »Droge« nahe. Beim Menschen sind Irrtum und Missbrauch nicht auszuschließen bei Pflanzen wie bei Riten und Informationen. Abschließend weise ich auf eine versöhnlich-fächerverbindende Ausstellung in Bayern hin: »Christus ruft in die himmlische Apotheke«, vom 29.11.2002 bis 26.1.2003 im Museum Altomünster (vgl. S. 1240). |
Anschrift des Verfassers:
Mag. Michael Plank, A-6200 Rotholz 71
(1) Über seine genaue Zusammensetzung vgl.: Plank, Michael, Sinnesrausch und Gotteserlebnis. Weihrauch als Droge? in: HlD (55) 4/2001, 282ff.
(2) Meine ernst gemeinte Untersuchung erschien als Artikel in der theologischen Fachzeitschrift »Heiliger Dienst«, im Heft 4 des 55. Jahrgangs, auf den Seiten 281292, herausgegeben vom Österreichischen Liturgischen Institut, Erzabtei St. Peter, Salzburg. ISSN 0017-9620. Ein Dank an die Redaktionen des HlD und der ÖAZ für die Unterstützung.
(3) zur Diskussion vgl. die Homepage: www.das-leben-des-jesus.at (mit dortiger Bemerkung über Weihrauch) und diverse Medienberichte und Buchrezensionen auch im Internet, z.B. unter den URL: www.rezensionen.ch/index.html?besprechungen/das_leben_des_jesus.htm (17.11.2002); www.buchkritik.at/meldung.asp?IDX=453 und IDX=562 (17.11.2002).
(4) Seipel, Peter/Aba, Gerhard, Heilige Droge, in: Wiener 13 (März 1993), 99f.
(5) vgl. Seipel, P./Aba, G., Heilige Droge, 100.
(6) Seipel, P./Aba, G., Heilige Droge, 100.
(7) ebda.
(8) ebda.
(9) ebda.
(10) vgl. ebda.
(11) mein Telefongespräch am 6.9.2001 mit der betroffenen Abteilung und Dr. Alexander Jentzsch persönlich.
(12) ebda.
(13) vorherige Äußerung Fridrichs und der Reporter bezieht sich ziemlich sicher auf: Martinetz, Dieter/Lohs, Karlheinz/Janzen, Jörg, Weihrauch und Myrrhe. Kulturgeschichte und wirtschaftliche Bedeutung. Botanik Chemie Medizin, Berlin 1989, 136139.
(14) vgl. hiezu: R. Duane Sofia, Cannabis: Structure-activity Relationships, in: Handbook of Psychopharmacology, Iversen, Leslie/Iversen, Susan/Snyder, Salomon (Hg.), 12, New York 1978, 319371.
(15) vgl. Morrison, Robert T./Boyd, Robert N., Lehrbuch der Organischen Chemie, Weinheim 21978, 875. Und ausführlich in: Morrison, Robert T./Boyd, Robert N., Supplement zum Lehrbuch der Organischen Chemie. Lösungen zu den Übungen und Aufgaben, Weinheim 1978, 356.
(16) vgl. die dortige Bemerkung »in verdünnter Säure«, ebda.
(17) vgl. Römpp Lexikon Naturstoffe, Fugmann, Burkhard/Lang-Fugmann, Susanne/Steglich, Wolfgang (Hg.), Stuttgart 1997, 498. Weiters: Gildemeister, E./Hoffmann, Fr., Die ätherischen Öle, 3b, Berlin 41962, 218. Und nicht zuletzt: Martinetz, D./Lohs, K./Janzen, J., Weihrauch und Myrrhe, 160.
(18) vgl. Martinetz, D./Lohs, K./Janzen, J., Weihrauch und Myrrhe, 153168; und: Martinetz, Dieter/Hartwig, R., Taschenbuch der Riechstoffe. Ein Lexikon von AZ, Thun/Frankfurt a.M. 1998, 272f.
(19) wie er selbst bei seiner »Rekonstruktion« zugibt: vgl. Martinetz, D./Lohs, K./Janzen, J., Weihrauch und Myrrhe, 138.
(20) Schneider, Georg/Hiller, Karl, Arzneidrogen, Berlin/Heidelberg 41999, 188f.
(21) selbst wenn THC bei der Räucherung kirchlichen Weihrauchs entdeckt werden sollte, bleiben immer noch die Fragen nach dessen Konzentration und dessen therapeutischen oder pathogenen Funktion.
(22) vgl. Chemical Abstracts (1995) 123: 16389c (eine Umweltstudie der Universität von Bahrein ergab in den Inhaltsstoffen des Rauchs von Weihrauch kein THC); weiters: Pailer, Mathias u.a., Constituents of Pyrolytic Products obtained from Gum Resin of Boswellia carteri Birdw. (Incense »Aden«) IIII, in: Monatsh. Chem. Volume 112 1981, 341358, zitiert aus: http://www.sciencedirect.com/science?_... Seiten 172174 vom 23.8.2001. Safayhi, Hassan (Tübingen), Wie der Haschisch in den Weihrauch kam, URL: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/pza/2001-10/pharm2.htm (27.8.2001; ebenso 17.11.2002). Rätsch, Christian, Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung, Aarau/Schweiz 1998, 93 (eine Studie des Pharmazeutischen Instituts an der Universität Bern findet kein Nanogramm THC beim Verbrennen des Weihrauchs; da es verschiedene Sorten von Olibanum gibt und eventuell unerforschte psychoaktive Stoffe, bleibt eine gewisse Offenheit in diesem Zitat); derselbe Autor war sich in einem früheren Werk noch sicher, dass »Cannabinole
im Weihrauch enthalten sind«: Rätsch, Christian, Pflanzen der Liebe. Aphrodisiaka in Mythos, Geschichte und Gegenwart, Bern 1990, 192. Eine ähnliche Bemerkung bietet auch: Rätsch, Christian, Räucherstoffe. Der Atem des Drachen. 72 Pflanzenportraits Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen, Aarau 21999, 142.
(23) vgl. Lexikon Biochemie, Jakubke, Hans-Dieter (Hg.), Weinheim 1976, 541.
(24) gelesen unter URL: http://www.thegoodearth.cc/Apothecary/herbs/Frankincense.htm Seite 2 (3.9.2001).
(25) vgl. Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Drogen AK, Blaschek, W. u.a. (Hg.), Folgeband 2, Berlin/Heidelberg 51998, 245252.
(26) vgl. George Wooten, Herbal Database. North Cascades Environmental Science, Methow-Valley/Washington USA, gegründet 1984 letztes update 2000, Erstinformation unter URL: http://www.google.com/search?q=frankincense,+THC&hl=de&safe=off&start=10&sa=N überprüft unter URL: http://www.mymethow.com/~gwooten/chem/hrbdata.htm (beide vom 2.9.2001).
(27) vgl. Martinetz, Dieter, Vom heiligen zum heilenden Duft. Balsam, Weihrauch, Myrrhe und Bdellium als Therapeutika, in: NiU Chemie 5 (1994) Nr.22, 4147. Die Autoren Martinetz und Lohs werden in ihrem Hauptwerk zum Weihrauch mit der »Forschungsstelle für Chemische Toxikologie der AdW der DDR, Leipzig« genannt: Martinetz, D./Lohs, K./Janzen, J., Weihrauch und Myrrhe, 4; das Werk selbst wurde in der DDR gedruckt. Ein Bekannter von mir arbeitete einige Zeit in der Ex-DDR und erzählte, man habe Jugendlichen abgeraten, in der Kirche zu ministrieren, da dies »weihrauchsüchtig« machen könnte.
(28) vgl.: Fischer-Rizzi, Susanne, Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk, München 1999, 178; Hohe/Uslar, Michaels großer »Ätherischer Öle« Führer, Peiting, 1991, 104 (Weihrauch-Öl sei THC-hältig!); Schwarz, Aljoscha A./Schweppe, Ronald P., Natürlich heilen mit Weihrauch. Entzündungen und Atemwegserkrankungen behandeln Muskelschmerzen und rheumatische Beschwerden lindern, München 1998, 19. Henglein, Martin, Die heilende Kraft der Wohlgerüche und Essenzen, München 1985, 33 (»psychotrope Stoffe«, eine u.U. noch akzeptbable Formulierung); Winter, A., Heilpflanzen, 135; Wieshammer, Rainer-Maria, Der 5. Sinn. Düfte als (un)heimliche Verführer, Rott/Inn 1995, 105. Schließlich erscheint auf der homepage des »grow! Magazins« der Hanfszene (!) eine ausführliche Darstellung über Weihrauch mit zwei Hinweisen auf THC: zuerst positiv dann negativ: URL: http://www.grow.de/Archiv/Magazine/5-00/weihrauch/Weihrauch.htm (vom 27.8.01). Zuerst positiv doch schließlich missverständlich (als »Rauschmittel«) formuliert auch die ORF-News-Site: http://religion.orf.at/tv/news/ne01222_weihrauch.htm am 1.9.01; (letztes update am 22.12.2000!).
(29) Vgl. dazu: Pfeifer, Michael, Der Weihrauch. Geschichte Bedeutung Verwendung, Regensburg 1997, 1117 und 133.
(30) am 3. August 2001 unter der URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/0,1518,148307,00.html (27.8.01) (mit Druckversion und Link).
(31) am 2. August 2001 (21.39 MEZ) mit Hinweis auf die Nachrichtenagentur APA, unter der URL: http://derstandard.at/standard.asp?channel=WISSENSCHAFT&ressort=Mensch&id=666... (29.8.01).
(32) unter der URL: http://religion.orf.at/tv/news/ne010802_weihrauch.htm (1.9.01) mit dem Hinweis: »Letztes Update dieser Seite am 01.08.2001 um 15:51«.
(33) am 3. August 2001 (mit Hinweis auf BBC Online News vom 2.8.2001) unter der URL: http://www.medical-tribune.de/015nachrichten/Weihrauch.html (27.8.01).
(34) mit dem Titel »Incense burning releases cancer-causing chemicals« (vom 1. August 2001, 19:00) von Clodagh O'Brien unter der URL: http://www.newscientist.co.uk/news/news.jsp?id=ns99991100 (28.8.01); dort wird auf das »Bulletin of Environmental Contamination and Toxicology (vol 67, p 332)« verwiesen.
(35) am 5. August 2001 um 16:05 Uhr, URL: http://www.neuemusikzeitung.de/nmz2/kiz/Forum2/HTML/000083.html (27.8.01).
(36) auf Seite 2 (von 5) derselben Internetadresse wie in obiger Fußnote 23 (Meldung vom 2.8.01; 11:14 Uhr): Herrn Markus Gahleitner bin ich hiemit zu Dank verpflichtet.
(37) vgl. Chemical abstracts 114: 170257d.
(38) vgl. Rathnakara UP/Krishna Murthy v/Rajmohan HR/Nagarajan L/Vasundhra MK, An enquiry into work environmental status and health of workers involved in production of incense sticks in city of Bangalore, in: Indian J Public Health 1992 Apr-Jun; 36 (2): 38; gefunden unter der URL (vom 27.8.01): http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=1...
(39) vgl. Ger LP/Hsu WL/Chen KT/Chen CJ, Department of Medical Research, Tri-Service General Hospital, Taipei, Taiwan, R.O.C, Risk factors of lung cancer by histological category in Taiwan, in: Anticancer Res 1993 SepOct;13(5A):1491500; Chen CC/Lee H, Environmental Toxicological Center, Chung Shan Medical & Dental College, Taichung, Taiwan, R.O.C., Genotoxicity and DNA adduct formation of incense smoke condensates: comparison with environmental tobacco smoke condensates, in: Mutat Res 1996 Mar 1; 367 (3): 10514; beide unter der URL vom 27.8.01: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db= PubMed&list_uids=8...
(40) Stellvertretend seien genannt: Schrott, Ernst, Weihrauch. Die außergewöhnliche Heilwirkung des indischen Weihrauchbaums. Von der westlichen Medizin neu erforscht. Hilfe bei Rheuma, chronischen Darmentzündungen und Hirntumoren, München 1998; Kluge, Heidelore/Fernando, Charles R., Weihrauch und seine heilende Wirkung, Heidelberg 1998; URL: www.aerztezeitung.de/docs/1998/02/11/026a (17.11.2002); und die laufenden Forschungen an der TU München unter PD Dr. Johann Jauch (Organische Chemie)!
(41) vgl.: Strasser, Alexandra, Gesund und fit durch Weihrauch, Rastatt 1999, 27; Chemical Abstracts (1981) 95: 30213a. Martinetz, D./Hartwig, R., Riechstoffe, 273.; Schwarz, Aljoscha A./Schweppe, Ronald P., Natürlich heilen mit Weihrauch. Entzündungen und Atemwegserkrankungen behandeln Muskelschmerzen und rheumatische Beschwerden lindern, München 1998, 3439. Weiters URL: http://total.dufte.de/aromatherapie/Beschreibungen/aethoel/oele/Weihrauch.htm (27.8.01).
(42) vgl. Kluge, H./Fernando, R.C., Weihrauch, 47; Martinetz, D./Hartwig, R., Riechstoffe, 273. Zur Myrrhe sei bemerkt: es gibt auch 5 giftige Commiphora-Arten in Afrika: vgl. Neuwinger, Hans-Dieter, Afrikanische Arzneipflanzen und Jagdgifte. Chemie, Pharmakologie, Toxikologie. Ein Handbuch für Pharmazeuten, Mediziner, Chemiker und Biologen, Stuttgart 1994, 248ff.
(43) vgl. den Hinweis auf verunreinigtes Harz oder Verfälschungen bei: Winter, Astrid, Heilpflanzen der Bibel. Was die Bibel uns an Heilgeheimnissen und wertvollen Rezepten offenbart ergänzt mit neuem Wissen um Wirksamkeit und Anwendung, Aitrang 1998, 134f.; und: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Drogen AK, 2, 246. Auch sind fallweise toxische Reaktionen von Aldehyden in Pyrolysaten zu bedenken (vgl. Chemical Abstracts (1995) 123: 16389c ).
(44) vgl. Ohloff, Günther, Irdische Düfte Himmlische Lust. Kulturgeschichte der Duftstoffe, Frankfurt a.M./Leipzig 1996, 67.
(45) vgl. Sellar, Wanda/Watt, Martin, Weihrauch und Myrrhe. Anwendung in Geschichte und Gegenwart, München 1997, 51f.; Schwarz, A./Schweppe, R., Weihrauch, 32f.
(46) vgl. Pfeifer, M., Der Weihrauch, 139160. Der Autor pflegt eine hervorragende Homepage für Weihrauch unter der URL: www.incens.de!