Urlaubszeit
Schreckgespenst Reisethrombose
Das Problem bei den Empfehlungen zur Verhinderung von Reisethrombosen bei Langstreckenflügen: Ein Teil davon ist kaum durchführbar, ein Teil wissenschaftlich in seinen Effekten kaum bewiesen. Der britische Wissenschafter Colin Prentice: "Man kann Flugreisenden natürlich Bewegung bzw. Übungen empfehlen. Die werden aber wahrscheinlich nur jene machen, die das sowieso getan hätten. Konzentriert man sich bei den Prophylaxemaßnahmen aber auf jene Menschen mit dem höchsten Risiko, »vergisst« man den größten Teil der Betroffenen. 80 Prozent der Reisethrombosen treten nämlich bei Personen auf, die nicht als hoch Gefährdete gelten."
Ähnlich sieht es bei den Medikamenten aus, die zur Thromboseprophylaxe eingesetzt werden können. Prentice: "Einen direkten Beweis ihrer Wirkung in der Verhinderung von Reisethrombosen gibt es nicht, solche Studien wird es auch nicht geben. Dazu treten diese Zwischenfälle nämlich viel zu selten auf und man kann keine wissenschaftlichen Studien mit 500.000 oder noch mehr Probanden machen." So wird von den Experten auf eine Wirkung auch bei Reisethrombosen extrapoliert. Das gilt laut dem deutschen Forum Reisen und Medizin sowie maßgeblichen Experten verschiedenster Fachgesellschaften in Deutschland sowohl für das am häufigsten verwendete niedermolekulare Heparin zur Selbstinjektion als auch für die Acetylsalicylsäure (niedrige Dosierung von z.B. 150 Milligramm pro Tag, Anm.).