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Verband Angestellter Apotheker Österreichs
Mitgliederbefragung
Im Juni 2001 wurde an alle Mitglieder des VAAOE ein vierseitiger Fragebogen verschickt, um den »Kunden« einmal die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zum Verband zu äußern. Im Mittelpunkt standen dabei Zufriedenheit mit und Erwartungen an den Verband. Die Befragung wurde völlig anonym durchgeführt, eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Mitgliederbefragung.
Insgesamt wurden im Rahmen der Mitgliederbefragung des VAAOE ca. 3.050 Fragebögen ausgesandt und davon über 600 Fragebögen retourniert.
Die Gesamtstichprobe beträgt 606 Personen, hier die wichtigsten Eckdaten:
Knapp 3/4 der Befragten sind Frauen. Etwas mehr als die Hälfte kommt aus Ostösterreich (Wien/Niederösterreich/Burgenland), etwa ein Fünftel ist im Süden zu Hause (Kärnten/Steiermark). Ca. jeder zehnte Teilnehmer an der Befragung wohnt in Westösterreich (Tirol/Vorarlberg), der Rest entfällt auf die Region »Österreich Mitte«.
Knapp 10% der Befragten sind bis 30 Jahre, rund die Hälfte bis 50 Jahre und der Rest über 50 Jahre.
Rund 3/4 der Teilnehmer arbeiten in einer öffentlichen Apotheke, 5% in einer Anstaltsapotheke, und ein Fünftel der Befragten kann bereits den Ruhestand genießen.
Hier nun die Ergebnisse zu den einzelnen Fragenbereichen:
Spontanassoziationen
Die »Spontanassoziationen« also Begriffe, die ohne langes Nachdenken mit dem VAAOE verbunden werden lassen Rückschlüsse auf das Image des Verbandes zu und zeigen ein interessantes Bild:
Mehr als die Hälfte der Befragten äußert ein oder mehrere Spontanassoziationen, die in der Regel in positive, negative und neutrale Nennungen unterteilt werden können. Eine Detailanalyse zeigt, dass ungefähr je 40% der Nennungen positiv oder neutral besetzt sind, 15% negativ; der Rest ist nicht eindeutig klassifizierbar.

Dieses Ergebnis lässt darauf schließen, dass der Verband bei seinen Mitgliedern primär über ein positives bis neutrales Image verfügt, wobei die negativen Assoziationen nicht gänzlich ignoriert werden sollten.

Die positiven Nennungen beziehen sich in erster Linie auf Rechtsberatung sowie Beratung und Betreuung, was die Bedeutung der Beratung im Allgemeinen und der Rechtsberatung im Speziellen deutlich macht.
Imageprofil
Alles in allem betrachtet, wird der VAAOE von jenen Personen, die sich an der Befragung beteiligt haben, als zeitgemäß, aktiv, mitgliederorientiert und engagiert beschrieben. Sympathie und Durchsetzungskraft sind nicht ganz so stark ausgeprägt, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf die immer wieder ausgetragenen Konflikte zurückzuführen ist. Allerdings ist das wahrgenommene Image des Verbandes altersabhängig: So nehmen jüngere Personen bis 30 Jahre den Verband beispielsweise als nicht mehr ganz zeitgemäß und mittelmäßig sympathisch und durchsetzungskräftig wahr, was ein Indiz dafür ist, dass diese Gruppe besonders hohe Anforderungen an den VAAOE stellt.

Beitrittsmotivation
Hauptbeitrittsmotivation zum Verband ist der Wunsch nach einer starken beruflichen Interessenvertretung mit 71%, gefolgt vom ÖAZ-Abonnement (siehe Abb.).

Betrachtet man die Motive für den Beitritt allerdings in Abhängigkeit von der Dauer der Mitgliedschaft, so zeigen sich interessante Ergebnisse: Bei »Neumitgliedern« (Mitgliedschaft bis 5 Jahre) ist das ÖAZ-Abonnement mit 67% fast so wichtig wie der Wunsch nach einer starken beruflichen Vertretung mit 70%. Auch konkreter Beratungsbedarf und das Leistungsangebot werden als Beitrittsmotivation bedeutsamer, parallel dazu gehen die Argumente »einfach so/war so üblich« und »aus Solidaritätsgründen« drastisch zurück. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mitglieder als Kunden verstanden werden möchten, die durch den VAAOE individuell betreut werden wollen.
Serviceleistungen des VAAOE
Die Mitglieder wissen genau um die angebotenen Serviceleistungen des Verbandes Bescheid, wie folgende Ergebnisse zeigen: »Arbeitsrecht« ist beispielsweise mit einer gestützten Bekanntheit (1) von 92% fast allen Befragten bekannt, gefolgt von »Pension« mit 85%. Die weiteren individuellen Serviceleistungen wie z.B. »Monatsabrechnungen«, »Mutterschutz« oder »Intervention bei Dienstgeber und Behörden« sind ca. 3/4 der Befragten bekannt. Die am wenigsten bekannten Serviceleistungen in diesem Bereich sind »Lohnsteuer« (62%) und Jahresausgleich (49%).
Die Bekanntheit von generellen Serviceleistungen zeigt ein ähnliches Bild: »Gehalts- und Kollektivvertragsverhandlungen« sowie »Vertretung in Apothekerkammer und Gehaltskasse« sind jeweils mehr als 90% bekannt. Begutachtung von Gesetzen und Verordnungen sowie Zusammenarbeit mit anderen Interessenvertretungen sind etwas weniger bekannt (80% bzw. 75%), am wenigsten bekannt ist »Vorsprache und Kontakt zu staatlichen Stellen« mit 66%.

Die am häufigsten bereits in Anspruch genommenen Serviceleistungen sind gemessen an der Kenner-Verwender-Relation Arbeitsrecht und pharmazeutische Fortbildung: Diese beiden Dienstleistungen hat jeweils ca. jede zweite Person, die diese kennt, bereits mindestens einmal in Anspruch genommen auch hier wird der Trend hin zu individueller Betreuung deutlich.
Was die Gruppenversicherungen des Verbandes betrifft, so zeigt sich, dass die Zusatzkrankenversicherung mit 86% den höchsten Bekanntheitsgrad erreicht; Rechtsschutz- bzw. Haftpflichtversicherung sind etwa 2/3 der Befragten bekannt.

Die Inanspruchnahme hält sich in Grenzen was angesichts der starken Konkurrenz im Privatbereich nicht weiter verwunderlich ist.
Hinsichtlich der Wichtigkeit bestimmter Leistungen des VAAOE zeigt sich ein klares Bild: Bis auf »gesellige Veranstaltungen« und »Versicherungen« werden alle genannten Serviceleistungen als wichtig erachtet (2) am allerwichtigsten sind »Rechtsberatung«, »Kollektivvertragsverhandlungen«, »Vertretungen in Apothekerkammer und Gehaltskasse«, Austragung von Konflikten zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Seite sowie Gehaltskontrolle.
Information
Fast alle Befragten fühlen sich durch die Mitteilungen des Verbandes ausreichend informiert (91%), einige Befragte zu viel (5%). Die restlichen Befragten geben entweder keine Auskunft darüber oder fühlen sich zu wenig informiert.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die derzeitigen Aussendungen des Verbandes was den Informationsgehalt betrifft den Kundenerwartungen gerecht werden.
Zufriedenheit mit dem VAAOE
Die Zufriedenheit mit dem VAAOE kann unter den Befragungsteilnehmern als gegeben betrachtet werden: So geben ca. 3/4 aller Befragten an, sowohl mit dem VAAOE als gesamtes als auch mit den Leistungen des Verbandes sehr zufrieden oder zufrieden zu sein.
Die Zufriedenheit ist in erster Linie auf Beratungs- und Serviceleistungen zurückzuführen, wobei die Rechtsberatung besonders häufig genannt wird.
Jene Personen, die mit dem Verband nicht zufrieden sind, begründen dies in erster Linie mit einer zu undiplomatischen Austragung von Konflikten.

Beteiligung an Wahlen
Ca. zwei Drittel der Befragten geben an, am Logo-Wettbewerb teilgenommen zu haben. Als Hauptmotive für die Beteiligung werden Wichtigkeit eines neuen Logos und Möglichkeit zur Mitgestaltung genannt.
An der Wahl zur Delegiertenversammlung und bei der überregionalen Wahl hat sich knapp die Hälfte der Befragten beteiligt. Als Hauptmotive können Wichtigkeit, Mitentscheidung und Unterstützung der Interessenvertretung angeführt werden. Der Hauptgrund für die Nichtbeteiligung an der Wahl ist der geringe Bekanntheitsgrad der Kandidaten, was wiederum die enorme Bedeutung eines guten Wahlkampfmanagements hervorhebt. Der persönliche Kontakt zu Kandidaten ist ein besonders großer Anreiz, wählen zu gehen.

Ca. je ein Drittel der Wähler und Nicht-Wähler gibt keine Auskunft über die Motive für Beteiligung bzw. Nicht-Beteiligung dies ist völlig legitim, da eine Wahl eine sehr persönliche Angelegenheit jedes einzelnen Mitgliedes ist und es nicht jedermanns Sache ist, die Beweggründe anzugeben.
Mitarbeit beim Verband
85% der Befragten geben an, noch nie Delegierte bzw. Ersatzdelegierte gewesen zu sein. Gegen die Übernahme eines Delegiertenmandates sprechen aus Sicht der Befragten in erster Linie drei Hauptfaktoren: Zu wenig Zeit, Familie und zu wenig Wissen über standespolitische Angelegenheiten. Mögliche Konflikte mit dem Arbeitgeber durch die Tätigkeit als Delegierte(r) werden zwar auch als Gegenargumente angeführt, jedoch nicht in dem Ausmaß wie die ersten drei genannten Faktoren.
Parallel dazu erscheint die Funktion eines Delegierten bzw. einer Delegierten den Befragten, die noch kein Delegiertenmandat innehatten, als nicht sehr interessant (3), was aufgrund der oben genannten Gegenargumente nicht weiter verwunderlich ist.
Unterschied zwischen VAAOE und Österreichischer Apothekerkammer
Ca. 3/4 aller Befragten sehen Unterschiede zwischen dem VAAOE und der Österreichischen Apothekerkammer: Als Hauptunterscheidungsmerkmal (63%) wird angeführt, dass der Verband ausschließlich die Interessen der angestellten Apotheker bzw., dass die Kammer die Interessen der selbstständigen Apotheker vertritt (15%). Aber auch der Machtaspekt wird wenn auch nur in geringem Ausmaß als Unterscheidungskriterium herangezogen: Je 5% der Personen, die Unterschiede zwischen Verband und Kammer wahrnehmen, nehmen die Kammer als mächtiger bzw. mehr öffentlichkeitsorientiert wahr. Abschließend lässt sich festhalten, dass Kammer und Verband als zwei »Institutionen« mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen betrachtet werden.

1 Der Proband musste ankreuzen, ob ihm z.B. die Serviceleistung »Arbeitsrecht« bekannt ist.
2 »Mittelwert der Wichtigkeit« liegt gemessen auf einer 5-stufigen Schulnotenskala in etwa zwischen 1 und zwei, wobei gilt: 1 = sehr wichtig, 5 = überhaupt nicht wichtig
3 Durchschnittliches Interesse (= Mittelwert) liegt bei 4 auf einer 5-stufigen Skala, wobei gilt: 1 = sehr interessant, 5 = überhaupt nicht interessant
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