ÖAZ Aktuell (Ausgabe 23/2001)

Serien 23/2001

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Hormonersatztherapie mit FemsevenCombi®

Heute werden die verschiedenen Phasen der Menopause wesentlich gezielter und nebenwirkungsärmer therapiert als früher.
Die niedrig dosierten Pflaster haben die Hormonersatztherapie durch Umgehung des hepatischen First pass-Effektes einfacher und sichererer gemacht, weil sie die vorzeitige Metabolisierung und die Entstehung zum Teil kontraproduktiver Metabolite vermeiden.

Hormonpflaster
Reservoir-Pflaster enthalten die Hormone in Alkohol gelöst, und die Aufnahme in die Haut wird mittels permeabler Membran kontrolliert. Die heute üblichen Matrix-Systeme beinhalten die Wirkstoffe in gelöster oder suspendierter Form in einer klebrigen Polymermatrix. Ein sehr hautfreundliches acrylatfreies Pflaster ohne allergenen Resorptionsbeschleuniger und mit 7-tägiger Tragedauer basiert auf Styrol-Isopren-Styrol-Blockpolymere (FemSeven®).
Ob das sequenzielle Regime mit auftretender Regelblutung oder die kontinuierlich kombinierte Gabe mit andauerder Amenorrhoe bevorzugt wird, hängt primär von der Einstellung der Frau ab. Welche Form die »gesündere« ist, kann laut Expertenmeinung derzeit nicht in letzter Konsequenz entschieden werden.



Kurzprofil von FemSevenCombi® Depot – Pflaster

erstes nur 1x wöchentlich anzuwendendes Östrogen-
/Gestagenpflaster für die sequenzielle Kombinations-
Hormonsubstitution in der Menopause;
rasche Besserung klimakterischer Beschwerden schon während des ersten Behandlungszyklus;
acrylatfreie Pflastermatrix sichert trotz des 7-tägigen Tragens auf der Haut die selbe Verträglichkeit wie bei einem 3-Tage-Pflaster;
hohe Zyklusstabilität; nur bei 13,6% der Patientinnen traten unregelmäßige Blutungen auf;
»Levonorgestrel« in niedriger Dosierung erstmals als Gestagenzusatz in einem Hormonpflaster erhältlich.

»Estradiol + Levonorgestrel«
(FemSevenCombi® – Depotpflaster)

Seit Oktober 2001 wird das kassenfreie FemSevenDepot®-Pflaster durch die neue Estrogen/Gestagen-Kombination FemSevenCombi® – Depotpflaster ergänzt. Die Packung zu 4 Pflaster ist kassenfrei verschreibbar und kostet 170,50 ATS/12,39 Euro.

Chemie und Wirkweise
Das enthaltene »Estradiol« zählt zu den physiologischen Östrogenen und hat die chemische Formel 1,3,5(10)-Estratrien-3,17Beta-diol. Die Kurzbezeichnung »Follikelhormon« signalisiert schon die Funktion im weiblichen Organismus. Es ist das wirksamste der körpereigenen Östrogene und wird aus Schweineovarien gewonnen. 4Tonnen liefern nur 25 mg, davon 50% »Estradiol«! Die verwendete Hemihydrat-Form ist stabiler, nicht hygroskopisch und daher besser verarbeitbar.

»Levonorgestrel« ist hingegen synthetisch zugänglich und wird in der zweiten Zyklushälfte als gestagener Zusatz zum »Estradiol« benützt. Bei FemSevenCombi® sind beide Komponenten erstmals in einem Pflaster inkorporiert, das in der zweiten Zyklushälfte eine ganze Woche lang täglich 50 µg und 10 µg »Levonorgestrel« abgibt.
»Estradiol« substituiert die fehlende Östrogeneigenproduktion postmenopausaler Frauen wobei die Abgaberate aus dem Pflaster so bemessen ist, dass Plasmakonzentrationen wie bei prämenopausalen Frauen zu Beginn oder in der Mitte der Follikelphase des Menstruationszyklus erreicht werden. Die »Levonorgestrel«-Gabe vermeidet die Endometriumhyperplasie bei Frauen mit intaktem Uterus.

Pharmakokinetik, Dosierung, Klinik
Dank der transdermalen Applikation gelangt »Estradiol« in unveränderter Form und in physiologischen Konzentrationen in den Kreislauf, wobei mit geringeren Dosen als oral das Auslangen gefunden wird.
Dosierung:
1 x wöchentlich ein »Phase 1« – Pflaster (in blauem Säckchen) in den ersten beiden Wochen
1 x wöchentlich ein »Phase 2« – Pflaster (in grünem Säckchen) für die restlichen zwei Wochen

Da FemSevenCombi® ein 7-Tagespflaster ist, gibt es pro Woche nur einen »Estradiol«-Peak, womit die »Estradiol«-Schwankungen während des Zyklus geringer als bei oraler oder mehrmaliger Pflasteranwendung pro Woche ausfallen.

Abb. 1: Plasma-Konzentrations-Zeitkurve von Estradiol unter FemSevenCombi® über 5 Wochen


Anwendung:
Die Haut sollte sauber, trocken und frei von Hautölen oder Cremen sein.
Pflaster möglichst auf die Hüfte oder obere Gesäßregion kleben. Duschen und Baden ist möglich.
Mit der flachen Hand 30 Sekunden (bis 40 zählen) anpressen. Druck und Wärme sind für gute Haftung Voraussetzung!
Ganz oder teilweise vorzeitig abgelöste Pflaster nicht wieder anbringen, sondern durch ein neues der gleichen Phase ersetzen!
Dieselbe Hautstelle erst mit dem übernächsten Pflaster bekleben.
Schon ab der 2. Behandlungswoche bessern sich die klimakterischen Beschwerden, und der Unterschied zu Placebo wird ab der 4. Woche statistisch signifikant (Abb. 2).

Abb. 2: Durchschnittliche Anzahl von Hitzewallungen unter FemSevenCombi® und Placebo


Sicherheit
Die Hormonsubstitution geht bekanntlich mit einem leicht erhöhten Mammakarzinomrisiko einher, wobei die Diagnose häufiger noch im auf die Brust begrenzten Stadium erfolgt. Wegen des zwei bis dreifach erhöhten Thromboserisikos ist vor allem im ersten Jahr der Substitution aber auch bei Immobilisierung oder Operationen Vorsicht geboten.

Verwendete Grundlagen:
Austria Codex-Fachinformation FemSevenCombi®-Depot
»Aktuelle Überlegungen zur Hormonersatztherapie« C. Gruber et al.; Der Mediziner Nr. 6, Seite 34 (2001)
Produktmonographie FemsevenCombi®-Depot, Merck Mai 2001

Vorgestellte Präparate 2001:

Actos®

ÖAZ

9, S.

412

Agenerase®

ÖAZ

10, S.

460

Aranesp®

ÖAZ

19, S.

892

Botox®

ÖAZ

2, S.

52

Cabaseril®

ÖAZ

7, S.

316

Estalis®

ÖAZ

5, S.

204

Fasturtec®

ÖAZ

22, S.

1036

Hexavac®/Infanrix® hexa

ÖAZ

6, S.

268

Ixense® & Uprima®

ÖAZ

15, S.

700

Kaletra®

ÖAZ

17, S.

796

Keppra®

ÖAZ

8, S.

364

Metalyse®

ÖAZ

16, S.

748

Nexium®

ÖAZ

12, S.

556

OxyContin®

ÖAZ

13, S.

604

Rapamune®

ÖAZ

21, S.

988

Reductil®

ÖAZ

11, S.

508

Reminyl®

ÖAZ

1, S.

4

Seroquel®

ÖAZ

3, S.

100

Somnal®

ÖAZ

4, S.

156

Uft®

ÖAZ

18, S.

844

Xeloda®

ÖAZ

14, S.

652

Zometa®

ÖAZ

20, S.

940

Corrigendum

Tara-News ÖAZ Nr. 21 vom 15.10. 2001, S. 988. Bei Rapamune® sind zwei störende Fehler passiert: Zum einen heißt der Freiname Sirolimus (und nicht Sirolismus), zum anderen tritt als Nebenwirkung Thrombozytopenie und nicht Thrombozytämie auf. Dass die Arzneiform – wie im Text irrtümlich erwähnt – kein Pulver, sondern eine Suspension ist, geht schon aus dem Zwischentitel hervor.

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