Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen
Modellprojekt zu Generika im Burgenland
Das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) legt unter dem Titel »Generika Modell Burgenland« eine Evaluation des heilmittelökonomischen Projekts »Bessere Therapie zum besseren Preis« vor. Das Projekt zielte darauf ab, durch verstärkten Einsatz von Generika im Bereich der Bluthochdruckmittel der Sozialversicherung Einsparungsmöglichkeiten zu erschließen.
In seiner Studie »Generika« aus dem Jahr 2000 bezifferte das ÖBIG das österreichweite Einsparpotenzial durch Generika mittelfristig mit jährlich einer Milliarde Schilling/72.673 Millionen Euro.
Im Burgenland starteten im Herbst 2000 die Ärztekammer für Burgenland und die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) das Modellprojekt »Bessere Therapie zum besseren Preis« zu den ausgabenintensiven ACE-Hemmern. Bei Ersteinstellungen oder medizinisch begründeten Umstellungen auf einen ACE-Hemmer wurde die primäre Verordnung der Wirksubstanz Enalapril in einer generischen Ausprägung empfohlen. Aufgrund der Informationsarbeit seitens der Projektinitiatoren und der Kooperationsbereitschaft der burgenländischen Ärzte entwickelte sich die Initiative zu einem Vorzeigeprojekt: Der Generika-Anteil stieg im Projektzeitraum (zweites Quartal 2000 bis zweites Quartal 2001) von zuvor Null auf 62 Prozent der Verordnungen.
Einsparungen für die Krankenkasse
Das Ergebnis des burgenländischen Modellprojektes schlägt sich in Einsparungen für die Sozialversicherung nieder: Das ÖBIG ermittelte Einsparungen von rund fünf Millionen Schilling/363.364 Euro für die BGKK gegenüber der Vorperiode, das entspricht 18 Prozent der Sozialversicherungsausgaben in der Gruppe der ACE-Hemmer (Monopräparate).
Das ÖBIG hat die Einsparungen für die BGKK auf die Ausgaben der Sozialversicherung in Österreich insgesamt umgelegt und ein österreichweites Einsparpotenzial von rund 123 Millionen Schilling/neun Millionen Euro allein bei den ACE-Hemmern aufgezeigt.