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Prof. Mag. pharm. Dr. Gerhard Peithner
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Arkesilao-Schale, entstanden etwa um 550 v. Chr.
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Tierfutter, Gemüse, Gewürz, Heilpflanze und Begründerin großen Reichtums
Silphion ein Nachruf
Abgeerntet. In der cyrenischen Hochebene Nordafrikas, im heutigen Libyen, wuchs im Altertum eine Pflanze, die von den Griechen in Abwandlung des ursprünglichen Namens Sirphi, den die Ureinwohner der Barka dieser Pflanze gaben, Silphion genannt wurde.
Diese Pflanze Silphion spielte im Altertum eine bedeutende Rolle als Nahrungs-, Gewürz- und Heilpflanze. Das Zentrum des Silphionhandels war Apollonia, der Hauptausfuhrhafen das antike Cyrene (Abb. 1), welche dieser Pflanze auch ihren außerordentlichen Reichtum verdankten. Es verwundert daher nicht, dass Silphion in vielen Schriften des Altertums bei den Philosophen und Naturforschern wie Theophrast, Plinius dem Älteren, den Ärzten Hippokrates, Dioscurides und Galenus Erwähnung fanden, aber auch in dem klassisch-römischen Kochbuch des Marcus Gavius Apicius »De Re Coquinaria« (»Über die Kochkunst«) ausführlich behandelt wurde.
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Abb. 1: Cyrene heute
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Als die griechischen Kolonialisten aus Thera, dem heutigen Santorin, kommend, etwa im 7. Jh. v. Chr. die Küste bevölkerten, lernten sie auch diese wild wachsende Pflanze kennen. Wie in wüstenähnlichen Gebieten üblich, schießt nach heftigen Regengüssen im Frühjahr eine üppige Vegetation aus dem Erdreich, und darunter war auch das Silphion. Die in dieser Steppe wild wachsenden Silphion-Pflanzen bzw. -Pflanzenteile wurden gesammelt und zur Küste gebracht.
Vielseitig verwendbar
Die Verwendung der Pflanze war fast vollständig: Die Grundblätter, Maspeton genannt, wurden, wie Strabo berichtet, zumeist von den Schafen gefressen und sollen das Fleisch dieser Tiere fein und wohlschmeckend gemacht haben. Die jungen Sprosse (Kauloi) wurden später von den Römern als delikates Gemüse geschätzt: gekocht, gebraten oder gedämpft, ähnlich wie es heute in Italien mit dem Fenchel-Gemüse geschieht. Darüber weiß der eingangs erwähnte Apicius Genaueres zu berichten. Die Frucht wurde als Gewürz verwendet, die Wurzel oft mit Essig eingemacht.
Das wertvollste Produkt war jedoch der eingetrocknete Milchsaft (Opos genannt). Die Gewinnung des Opos erfolgt ähnlich wie heute noch bei Asa foedita, indem die kräftige Wurzel in Scheiben geschnitten wird und der austretende gummiharzhaltige Milchsaft nach dem Trocknen abgeschabt, gesammelt und geknetet und verpackt wird. Dieser aus den Wurzeln gewonnene Opos war das besondere Heilmittel.
Legendär
Dass durch die Gewinnung dieses Milchsaftes aus der Wurzel die Pflanze bald ausgerottet war, ist verständlich. Der Wert dieses Opos war bedeutend, und wie Strabo und Plinius der Ältere berichten, wurde er mit Silber aufgewogen. Der Reichtum der Stadt Cyrene wurde eben auf diesen Silphion-Handel zurückgeführt, und die Stadt dankte es der Pflanze, indem zahlreiche Münzen von dem 4. vorchristlichen Jahrhundert an bis zur Zeitenwende auf der Rückseite ein Bild der Silphion-Pflanze boten. So war die älteste Münze die Didrachme mit dem Kopf des Apollo Karneios auf der Vorderseite und der Pflanze auf der Rückseite, später folgten Münzen mit Zeus oder einem Reiter, aber immer in Verbindung mit der Pflanze (Abb. 2 + 3).
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Abb. 2: Didrachme mit Apollokopf
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Aus den Münzen der Kyrenaika ist der Typ der Pflanze in Klarheit und Schönheit erkennbar. Die ersten derartigen Abbildungen erscheinen ca. 530 vor Chr. Aus den Abbildungen können wir schließen, dass es sich um eine perennierende Apiaceae (Umbellifere) mit sellerieartig breitem Fiederlaub handelt. Die Blüte wird zumeist endständig und als noch nicht geöffnete Dolde dargestellt. Am auffallendsten ist der säulenartige Habitus und der stark kannelierte Schaft.
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Abb. 3: Didrachme Gold mit Reiter
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Spätere Autoren wie Oersted oder Friedland sehen daher in den numismatischen Abbildungen deutlich Narthex Asa foedita, ungeachtet der Tatsache, dass die Beschreibung der Samen und des Geschmackes deutliche Unterschiede aufzeigt. Es wäre daher gewagt, das libysche Silphion mit dem Narthex Asa foedita Falconer aus dem Quellgebiet des Indus ohne weiteres zu identifizieren. Vielmehr sollte die Meinung Oersteds gelten: "Ohne Zweifel ist Narthex Asa foedita Falconer eine vom Silphion wenig abweichende Art".
Ein weiteres, sehr frühes Dokument ist die berühmte Arkesilao-Schale, eine spartanische Trinkschale, entstanden etwa um 550 v. Chr., die vermutlich König Arkesilaos II. von Cyrene darstellt, wie er seine Leute beim Verladen des Silphion beobachtet. Sie wurde in Vulci (Italien) gefunden und stellt Lastenträger, Wiegemeister und knetende Männer dar (siehe Abb. ganz oben; aus: Kosmos, Handweiser für Naturfreunde, Heft 4, Jhg. 1929, Seite 127). Heute ist diese vermutlich älteste Abbildung eines Groß-Drogenhandels im Besitz des Louvre. Übrigens einer Überlieferung zufolge, soll die letzte Silphion-Wurzel auf Kaiser Neros Tisch gelandet sein.
Konkurrenz
Nach dem Zug Alexander des Großen nach Persien und Indien wurde daneben das persische Silphion bekannt, welches als Konkurrenz galt; man kannte also neben dem cyrenischen auch syrisches, persisches und partisches Silphion. Die anderen Arten entsprachen aber vermutlich dem, was wir auch heute als Asa foedita kennen, und so wurde bereits in den alten Schriften ausdrücklich betont, dass keine der anderen Arten dem cyrenischen an Qualität und Geschmack nahe kommt. Die Ausrottung der Silphion-Pflanze war nur mehr eine Frage der Zeit, umso mehr als sich gleichzeitig auch starke klimatische Veränderungen in Nordafrika mit dem Vordringen der Wüste ergaben und zum zweiten weil alle Versuche, diese Pflanze zu kultivieren, fehlschlugen. Bis heute ist in Nordafrika keine Pflanze gefunden worden, die der Münzabbildung und der Beschreibung exakt entspricht. Auch spätere Autoren haben diese Pflanze immer wieder erwähnt, gleichzeitig aber auch betont, dass sie nicht mehr gefunden werden kann. Zahlreiche Stellen gibt es auch in den Kräuterbüchern des Mittelalters, wobei uns ja bekannt ist, dass praktisch alle berühmten Werke des Mittelalters auf Dioscurides zurückgehen.
Die letzte Pflanze für Nero
P. A. Matthiolus, Hofarzt des Kaiser Maximilian, schuf um etwa 1540 sein großes Werk, die lateinische Dioscurides-Ausgabe. In der italienischen Ausgabe 1557 Nel terzo libro di Dioscoride, Seite 844, geht er über fast zwei Seiten auf Silphion ein. Er setzt Silphio mit Laserpitio gleich und schreibt, dass dieses "von den barbarischen Nomaden gesammelt und ausgerottet wurde". Auch hier finden wir wieder das Zitat, dass die letzte Pflanze Kaiser Nero gesandt wurde. Er bezieht sich dabei auf die Schriften von Theophrast (geb. 390 v. Chr.), Plinius dem Älteren (geb. 23 n. Chr.), Galenus (geb. 131 n. Chr.) und Dioscurides, seinem großen Meister. Freilich finden wir dort unter: Del laserpitio, Cap. LXXXVIII, nur den schwachen Hinweis, dass es sich um Ferula handeln dürfte, welches auch in Syrien, Armenien und am Mittelmeer wächst.
Hieronymus Tragus, genannt Bock, aus Zweibrücken, beschreibt in seinem Kräuterbuch erschienen in Straßburg in mehreren Auflagen seit 1508 Lasperpitium oder Silphium dioscurde als Meisterwurz, möglicherweise auch als Angelika. Beides erscheint uns heute wenig plausibel, obwohl er sich textgenau auf Dioscurides beruft.
Die Ausrottung der Silphion Pflanze war nur mehr eine Frage der Zeit, umso mehr als sich gleichzeitig auch starke klimatische Veränderungen in Nordafrika mit dem Vordringen der Wüste ergaben, und weiters weil alle Versuche, diese Pflanze zu kultivieren, fehlschlugen.
Jacobus Theodorus Tabernaemontanus, kurfürstlicher Pfalz-Medicus und Schüler von Bock, bezieht sich im ersten Buch von den Kräutern, 1613, auf Dioscurides und führt aus: "Das Kraut Silphion oder Laserpitium wächst in Syria, Armenia, Media und Lybia, bringt einen Stengel, den nennt man Maspetum und ist im Stengel des Krautes Ferula-ähnlich mit Blättern dem Eppich gleich und hat einen breiten Samen, seine Wurzel hat eine Kraft damit sie wärmet." Indem Tabernaemontanus Dioscurides weiter zitiert, überliefert auch er uns die Namen von Laser, Maspeton und Opos und unterscheidet sehr wohl gegenüber dem Saft des Silphion oder Laturis, der aus Syrien kommt, und den er auf den folgenden Seiten als stinkenden Laser oder Teufelsdreck (Asa foedita) bezeichnete.
Die Frage nach der Identität der Silphion-Pflanze kann auch heute nicht endgültig beantwortet werden, lediglich dass es sich um eine Apiaceae handelt, geht aus den alten Aufzeichnungen und Bildern hervor.
Durch fast 500 Jahre wurde Jahr für Jahr zu einer bestimmten Zeit im Frühjahr die Silphion-Pflanze an bestimmten Stellen der Hochebene gesammelt und mit Karawanen zur Küste gebracht, wo die Verarbeitung und Verschiffung erfolgt. Die dort lebenden Griechen beherrschten den Handel und die Römer zahlten jeden Preis. Die blühenden griechischen Städte Nordafrikas und deren reiche Herrscher waren oftmals Geldgeber römischer Feldherren. Mit dem Niedergang des Silphion-Handels ist auch der Untergang dieser griechichen Städte verbunden, und sie wurden bald inferiore römische Kolonien. Noch heute zeugen die Reste von Cyrene, Apollonia von dem Reichtum dieser Städte, der einzig und allein auf eine Pflanze zurückzuführen war.
Die botanische Frage
Synonyme
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griech.
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Silphion
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lat.
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Silphium oder Laserpitium
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In späteren Literaturstellen wurden die Namen oft stark abgewandelt. Die Herkunft des Namens Silphion ist wahrscheinlich aus einer semitischen Sprache und wird von Sirphi abgeleitet.
Woher ein weiteres Synonym für Silphion nämlich Laser oder Laserpitium stammt, welches Plinius erwähnt, ist heute nicht feststellbar.
Vorkommen
Den Überlieferungen zufolge in einem relativ kleinen Areal auf der ersten Hochstufe über der Großen Syrte zwischen dem heutigen Al Beida (Cyrene) und Bengasi (Berenike).
Botanische Beschreibung
Unsere Kenntnisse gehen nahezu ausschließlich auf die hervorragenden Stempelbilder der Münzen aus Cyrene und Apollonia zurück.
Wurzel: scheinbar kriechend, dick, keilförmig mit Querrippen
Bodenblätter: die bald verkümmerten oder abgefressen wurden
Stängel: kurz, verhältnismäßig dick, mit Längsrippen
Hochblätter: Reste von Fiederung erkennbar, wie bei allen Pflanzen von Trockengebieten, jedoch relativ kümmerlich
Blüten: Andeutung von Dolden
Pflanzenfamilie und Gattung
Mit Sicherheit heute nicht bekannt. Es fällt relativ leicht, die Pflanze grundsätzlich in die Gruppe der Apiaceaen einzuordnen. Unter den Doldenblütlern kommen jedoch in erster Art verschiedene Arten von Ferula in Frage. Vor allem Ferula comunis, das Narthex der alten Römer, oder der Riesenfenchel, wurden oftmals als Silphion-Pflanze erwähnt. Dafür spricht, dass das sog. persische Silphion mit hoher Sicherheit eine Ferula asa foedita war. Identisch können aber die beiden Pflanzen nicht sein, denn wie sonst ließe sich der so andersartige Geschmack erklären? Auch andere Ferula-Arten scheiden aus den verschiedensten Gründen aus, wie Ferula tingitana, Ferula marmarica u.ä. Hegi erwähnt eine ausgestorbene Art Ferula silphium (= Narthex silphium oerst.)
Die umfangreichste Studie kulturgeschichtlicher und botanischer Art wurde von Elisabeth Stranz (1909) erstellt. Die Kernaussage aus damaliger Sicht ist vorwiegend den Vorlesungen von Theoprast von Lesbos, einem Schüler des Aristoteles (390305 vor Chr.), über die libysche Charakterpflanze Silphion entnommen. Freilich kannte auch Theoprast die Pflanze nicht direkt, da er vermutlich nie in ihrer Heimat war:
Die Heimat der Pflanze ist "zwischen der öden Wüste und der fruchtbaren Kyrenaika gelegen".
Die Pflanze wächst wild und wurde mit dem Vordringen des Kulturlandes in das Ödland zurückgedrängt.
Die Pflanze ist perennierend und treibt im Frühling aus.
Theoprast ordnet sie als Schaftpflanze ein, wie z.B. den Papyrus, sie bildet jedoch charakteristische runde bis ovale flache Samen wie jene der »Melde« (= Atriplex hortensis L. Chenopodiaceae)
Der Opos von Silphion ist eine Träne von starkem Geruch und Schärfe (= Heilkräfte)
Das sog. persische Silphion stammt von Ferula-Arten, z.B. Narthex Asa foedita und anderen Ferula Arten. Auch Narthex zählt Theoprast zu den Schaftpflanzen. Seit dem Zug von Alexander dem Großen nach Persien und Indien wurde das persische Silphion bekannt. Da auch die Anwendung ähnlich ist, kam es in der Folge zu ständigen Verwechslungen.
Es ist durchaus möglich, dass Silphion eine Thapsia garganica variatio silphium wäre.
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Abb. 4: Didrachme von Kyrene
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Vieles spricht jedoch dafür, dass Thapsia garganica L. oder eine nahe Verwandte, die möglicherweise tatsächlich heute ausgestorben ist, als Stammpflanze in Frage kommt. Thapsia garganica hat eine sehr große Variationsbreite und kommt heute im gesamten Mittelmeerraum und Nordafrika vor. Hofrat Dr. H. Riedl, Abteilungsdirektor des Naturhistorischen Museums in Wien, gab Einblick in das außerordentlich reichhaltige Herbar, welches sehr deutlich zeigt, dass ein Teilausschnitt von Strunk mit Wurzelansatz den überlieferten Bildern auf den Münzen sehr nahe kommt. Es ist durchaus möglich, dass Silphion eine Thapsia garganica variatio silphium wäre. Unterstützt wird diese Ansicht noch durch das Werk »Florae libycae Specium sive plantarum enumeratia« von Dominicus Viviani, 1824 Genua, der Thapsia garganica und Thapsia silphium gleichsetzt. Dies ist wieder eine Façette in der nun nahezu 2.000 Jahre diskutierten Silphion-Frage (Abb. 4 und 5).
Inhaltsstoffe
Zu den Inhaltsstoffen selbst können heute gleichfalls nur Vermutungen angestellt werden.
Medizinische Anwendung
Die Verwendung des Opos war außerordentlich mannigfaltig. In Wein oder Wasser aufgelöst, wurde es als appetitanregendes Mittel verwendet, weiters gegen Husten, Heiserkeit und Brustleiden. Auch als Antidot bei Schlangenbissen und Skorpionstichen wurde eine Paste äußerlich angewendet. Im Corpus Hippocraticum findet sich dann ein weiterer interessanter Hinweis, nämlich die Anwendung bei Frauenkrankheiten, bei schweren Geburten, Menstruationsstörungen und als Abortivmittel. Einen viel deutlicheren Hinweis für die Anwendung finden wir bei Soranus aus Rom, welcher die kontrazeptive und abortive Wirkung beschreibt. Mehr darüber wurde von J. M. Ridelle in dem Übersichtswerk »Contraception und Abtreibung von der antiken Welt bis zur Renaissance« zusammengetragen. Es wird J. Soranus zitiert, der den Frauen empfahl, einen kleinen Becher aus in Wasser gelöstem Silphion täglich zu trinken, was eine Konzeption verhindere und eventuell vorhandene zerstört. Ähnliches wird auch von Dioscurides wiederholt. Moderne Untersuchungen bei verschiedenen Ferula-Arten ergaben, dass alkoholische Extrakte von Asa foedita und verwandten Pflanzen die Einnistung befruchteter Eier bei Ratten in 4050% der Fälle verhindern (zitiert nach »Journal of Pharmaceutical Science«, April 1975, Vol. 64 Nr. 4). Ein altes Rezept für die Kontrazeption (Nachahmung wird nicht empfohlen) beschreibt eine Mischung von Embelia ribes, Piper longum, Ferula Asa foedita und Borax.
Auch in der Veterinärmedizin wurde Silphion gegen Magen- und Darmkrankheiten, bei Koliken und Blähungen der Schafe angewendet.
Vermarktung und medizinische Anwendung sind auch sehr eingehend von Koerper und Kotts in »Economic Botany«, Vol. 53, S. 133ff (1999) dargestellt.
Homöopathie
Interessanterweise ist sowohl Thapsia als auch Silphion in der Homöopathie nicht unbekannt. Das HAB 1934 beschreibt Thapsia allerdings als Lösung gemäß §6A aus dem Harz vom Stamm und Wurzeln der Thapsia garganica, während Silphion als eine Zubereitung nach §3 aus der frischen Pflanze von Thapsia silphium (was immer man darunter verstehen mag) hergestellt wird.
O. Hansen beschreibt im »Textbook of Materia medica in therapeutics of rare homoeopathic remedies« Arzneimittelprüfungen zu Silphion cyreneicum und Silphium laciniatum. Letzteres Silphium laciniatum ist auch in der Materia medica von W. Boericke enthalten, allerdings wird dort als Herkunft die sog. Kompasspflanze genannt, eine in Amerika vorkommende Apiaceae Silphium laciniatum L.
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Abb. 5: Herbarphoto von Thapsia garganica
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Fazit
Silphion ist ein Beispiel dafür, dass eine Pflanze eine Epoche bestimmen und Reichtum und Macht bringen kann. Im 7. Jahrhundert v. Chr. von den aus Thera kommenden Griechen entdeckt, trug es durch 500 Jahre zum Reichtum der Städte bei, wurde vor allem von den Römern umfassend genützt und sicherlich von den Römerinnen geschätzt. Die genaue botanische Herkunft wird wohl ewig im Dunkeln bleiben, denn es ist nicht wahrscheinlich, dass bei der dramatischen Klimaveränderung sowie der starken Urbanisierung und landwirtschaftlichen Nutzung der ursprünglichen Heimat dieser Pflanze im heutigen Libyen noch ein Exemplar an einer abgelegenen Stelle der cyrenischen Steppe zu finden ist.
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Zu besonderem Dank verpflichtet und für viele wertvolle Informationen möchte ich danken:
Herrn Prof. Dr. W. Kubelka, Vorstand des Institutes für Pharmakognosie der Universität Wien
Herrn Hofrat Dr. Harald Riedl, Abteilungsdirektor des Naturhistorischen Museums in Wien
Frau S. M. Rehm, Leiterin Dokumentation Bibliothek der Deutschen Homöopathie Union, Karlsruhe
Literatur beim Verfasser.
Prof. Mag. pharm. Dr. Gerhard Peithner, A-1232 Wien
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