Preisdruck vs. Versorgung

Pharmaindustrie fordert Umdenken

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Der FCIO kritisiert die starke Abhängigkeit von China und Indien in der Arzneimittelversorgung und fordert mehr „Made in Europe“. © shutterstock

Im Pharmaausschuss des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) analysierten Vertreter:innen innovativer und generischer Pharmaunternehmen die Ursachen – und übten deutliche Kritik am bestehenden System. Die zentrale Diagnose: Während die Politik seit Jahren vor allem auf Kostendämpfung setzt, spielt die Versorgungssicherheit bislang keine gleichrangige Rolle.


Der FCIO fordert daher eine Reform der Preis- und Erstattungsmechanismen. Europäische Produktion und stabile Lieferketten dürften nicht länger als nachrangige Faktoren gelten, sondern müssten – im Sinne des von der EU geplanten „Made in Europe“-Prinzips – in der Preisgestaltung berücksichtigt werden. „Die Politik muss sich entscheiden, was Priorität hat“, betont Mag. Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO. „Dauerhafter Preisdruck und stabile Lieferketten schließen einander aus. Wenn wir weiterhin Investitionen und Produktion in der EU halten wollen, müssen die höheren Standortkosten im Vergleich zum asiatischen Mitbewerb bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.“


Tatsächlich ist Europa inzwischen stark von Importen abhängig: 80 bis 90 % der weltweiten Wirkstoffproduktion entfallen auf Asien, insbesondere auf China und Indien. Kommt es dort zu Qualitätsproblemen, protektionistischen Maßnahmen oder geopolitischen Spannungen, hat das unmittelbare Folgen für die europäische Versorgung.

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