Diabetes-Prävention

Ein-Stunden-Blutzuckerwert

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Ein Wert von ≥ 155 mg/dl signalisiert eine beginnende gestörte Glukoseregulation, oft bevor Nüchtern- oder Zwei-Stunden-Werte auffällig werden. Die Tübinger TULIP-Studie untersuchte 317 Personen mit unterschiedlicher Glukosetoleranz und unterteilte sie in drei Gruppen: normale Glukoseregulation, isoliert erhöhter 1h-PG, klassischer Prädiabetes.


Die Personen mit erhöhtem 1h-PG wiesen zu Studienbeginn bereits eine deutlich eingeschränkte Insulinsensitivität und Betazellfunktion auf, dazu erhöhte Leber- und Bauchfettwerte – allerdings reversibel. Nach neun Monaten Lebensstilintervention (erwünschter Gewichtsverlust ≥ 5 %, gesunde Ernährung, mehr Bewegung) verbesserten sich diese Stoffwechselparameter signifikant und erreichten fast das Niveau stoffwechselgesunder Personen. In der Prädiabetes-Gruppe waren die Verbesserungen deutlich geringer.


Langfristig starker protektiver Effekt

Bis zu zwölf Jahre danach erkrankten Teilnehmer:innen mit erhöhtem 1h-PG, die an der Intervention teilnahmen, zu 80 % seltener an Typ-2-Diabetes als Menschen mit Prädiabetes. Fast die Hälfte normalisierte sogar dauerhaft ihren Blutzucker. Die Intervention senkte somit effektiv Diabetesrisiken durch Verbesserung der Insulinsensitivität und Betazellfunktion sowie Reduktion des Leberfetts. Der Ein-Stunden-Wert ist ein sensibler Frühmarker, mit dem sich gefährdete Personen präziser identifizieren und durch gezielte Lebensstilberatung frühzeitig effektiv unterstützen lassen – weit vor dem klassischen Prädiabetes-Diagnosezeitpunkt.

Quelle
Wang Y, et al.: Lifestyle intervention is more effective in high 1-hour post-load glucose than in prediabetes for restoring β-cell function, reducing ectopic fat, and preventing type 2 diabetes. 
Metabolism 2026 Jan;174:156430. DOI: 10.1016/j.metabol.2025.156430

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