Darmgesundheit & Ernährung

Wie Ernährungsformen das Darmmikrobiom beeinflussen

Mag. pharm.

Lisa Helene 

Hauser

,

BSc

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Die Rolle des Darmmikrobioms ist noch nicht vollumfänglich erforscht, aber man weiß bereits einiges über seinen Einfluss auf Immunsystem, Darm-Hirn-Achse und Stoffwechsel. Eine zuckerarme, ballaststoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf das Mikrobiom aus und kann vor metabolischen Erkrankungen schützen. Eine Dysbiose liegt nicht nur bei Darmerkrankungen, sondern auch bei vielen chronischen Erkrankungen vor. Als mögliche Ursachen gelten eine unausgewogene Western Diet, wiederholte Antibiotika-Einnahmen, gastrointestinale Erkrankungen und bestimmte Medikamente. Studien zeigen, dass ­langfristige Änderungen von Lebensstil und Ernährung das Mikrobiom positiv beeinflussen können. 

Mediterrane Diät – positiver Einfluss auf kardiovaskuläre Ereignisse

Diese Ernährungsform ist reich an frischem Gemüse und Obst, Vollkorn­produkten und Hülsenfrüchten. Fette machen über 35 % der Energiezufuhr aus. An erster Stelle steht natives Olivenöl, das reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Polyphenolen ist und sich positiv auf kardiovaskuläre Faktoren auswirken kann. Hinzu kommen fettreicher Fisch, Nüsse und Samen mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Eine randomisierte, kontrollierte Studie zeigte signifikante Effekte der mediterranen Ernährung auf Endpunkte wie akuten Myokardinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod.1 Als möglicher Mechanismus gilt die vermehrte Bildung kurzkettiger Fettsäuren (SCFA), wodurch die Darmbarriere verbessert werden kann. Voraussetzung dafür dürfte eine entsprechende Vielfalt der Mikrobiota sein, sodass das individuelle Darmmikrobiom den Benefit mitbestimmt.

Restore-Diät – positiver Effekt auf metabolische Parameter

Weniger populär ist die Restore-Diät, die auf pflanzlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln beruht. Zugeführt werden große Mengen an Ballaststoffen (ca. 46–50 g täglich), unter anderem aus Gemüse, Bohnen, Linsen, Süßkartoffeln, Topinambur, Zwiebeln und Naturreis. Tierisches Eiweiß wird nur in geringen Mengen konsumiert, auf Milchprodukte und Weizen wird verzichtet.

In einer Cross-over-Studie zeigte sich erneut ein Anstieg der SCFA. Entzündungswerte wie C-reaktives Protein und Calprotectin sowie Cholesterinwerte sanken, während sich metabolische Parameter verbesserten.2

African Heritage Diet – eine noch unbekannte Ernährungsform

Die ballaststoffreiche African Heritage Diet (AHD) mit viel Hirse, Mais, Hülsenfrüchten, Gemüse, Bananen und fermentierten Lebensmitteln zeigte bereits nach ein bis zwei Wochen günstige Effekte auf Immun- und Stoffwechselprozesse. Während die westlichen Ernährung proinflammatorische und metabolisch ungünstige Veränderungen förderte, scheint AHD entzündungshemmend zu sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Darmmikrobiom an die Umweltbedingungen anpasst und eine gezielte Ernährung nicht nur mögliche akute Magen-Darm-Beschwerden verbessern kann, sondern auch eine präventive Maßnahme darstellt.

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