Bei Medikamentenfälschungen denken viele Reisende vor allem an gefährliche Inhaltsstoffe. Aber häufiger enthalten gefälschte Arzneien zu wenig bzw. keinen Wirkstoff oder setzen diesen unzureichend frei.
Welche Regionen sind betroffen?
Gefälschte und qualitativ mangelhafte Medikamente kommen weltweit vor. Besonders häufig werden sie jedoch in Ländern Zentral- und Westafrikas sowie in Südostasien gefunden. Entscheidend ist neben dem Reiseland vor allem die Bezugsquelle. Vor allem auf informellen Märkten weisen Arzneimittel deutlich häufiger Qualitätsmängel auf als Produkte aus offiziell betriebenen Apotheken und staatlichen oder kirchlichen Gesundheitseinrichtungen. Vom Kauf bei Straßenhändler:innen, an Marktständen oder über andere nicht autorisierte Verkaufsstellen ist daher abzuraten.
Originalverpackungen bieten Sicherheit
Tabletten und Kapseln aus großen Sammelbehältern sind häufiger von Qualitätsmängeln oder Fälschungen betroffen als original verschlossene Blisterpackungen. Zusätzliche Hinweise können Rechtschreibfehler auf der Verpackung, beschädigte Packungen, fehlende Beipackzettel oder nicht nachvollziehbare Herstellerangaben sein.
Besondere Vorsicht gilt bei Arzneimitteln für Kinder. Verunreinigte Sirupe haben in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Vergiftungen und Todesfälle verursacht. Pädiatrische Sirupe unbekannter Herkunft sollten deshalb grundsätzlich gemieden werden.
Für die Beratung in der Apotheke gilt: Kund:innen sollten ihren Arzneimittelbedarf möglichst vollständig vor Reisebeginn in einer heimischen Apotheke decken und eine ausreichende Reserve einplanen.