Die passive Immunisierung hingegen verabreicht dem Säugling direkt spezifische Antikörper, die sofort wirksam sind. Beide Ansätze zielen darauf ab, Hospitalisierungen in den ersten Lebensmonaten zu verhindern.
Vergleichsdaten aus Frankreich
Eine große französische Kohortenstudie verglich erstmals beide Strategien direkt. Eingeschlossen wurden 42.560 Säuglinge, geboren zwischen September 2024 und Januar 2025, die entweder Nirsevimab erhielten oder deren Mütter in der 32.–36. Schwangerschaftswoche mit ABRYSVO geimpft wurden. Grundlage waren nationale Abrechnungs- und Entlassungsdaten; die mediane Nachbeobachtung betrug 84 Tage. Die RSV-assoziierte Hospitalisierungsrate lag bei 1,0 % nach Nirsevimab und 1,3 % nach maternaler Impfung (aHR 0,74; 95 % CI 0,61–0,88). Aufnahmen auf pädiatrischen Intensivstationen betrafen 0,3 % vs. 0,5 % (aHR 0,58; 95 % CI 0,42–0,80). Relative Unterschiede dieser Größenordnung können in Beobachtungsstudien auch durch Störfaktoren entstehen (z. B. Unterschiede im Gesundheitsverhalten, häusliche Exposition oder Betreuungssituation). Ein randomisierter Vergleich wird dadurch deshalb nicht ersetzt. Die Studie deutet jedoch auf einen moderaten Vorteil der passiven Immunisierung der Säuglinge hin. RS
Quelle
Jabagi MJ, et al.: Nirsevimab vs RSVpreF Vaccine for Respiratory Syncytial Virus-Related Hospitalization in Newborns. JAMA 2025 Dec 22:e2524082. DOI: 10.1001/jama.2025.24082.