Auch ohne rauch

Nikotin als eigenständiger Risikofaktor

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Aromen und Werbung fördern Nikotinabhängigkeit bei Jugendlichen. © iStock
Aromen und Werbung fördern Nikotinabhängigkeit bei Jugendlichen. © iStock

Ein aktuelles Policy Statement im European Heart Journal warnt, dass diese Entwicklung den jahrzehntelangen Fortschritt der Tabakkontrolle gefährden könnte. Die Autor:innen betonen, dass Nikotin selbst – unabhängig von Verbrennung oder Produktform – ein direktes kardiovaskuläres Toxin ist. Es trägt wesentlich zu vaskulären und metabolischen Schäden bei und führt zu erhöhter Morbidität und Mortalität. Zudem verursachen nikotininduzierte Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhebliche ökonomische Belastungen.


Einheitliche Regulierung aller Nikotinprodukte

Das Statement formuliert zwölf evidenzbasierte Kernbotschaften, die die kardiovaskuläre Toxizität von Nikotin hervorheben und die Notwendigkeit umfassender Regulierung unterstreichen. Besonders kritisch ist die pädiatrische Abhängigkeitskrise, die durch aromatisierte Produkte und aggressive Vermarktung verstärkt wird. Die verbreitete Erzählung eines „sichereren Nikotins“ wird klar zurückgewiesen. Der im Juli 2025 vorgestellte Vorschlag zur Überarbeitung der EU-Tabaksteuerrichtlinie sieht erstmals Mindeststeuern für E-Liquids, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel vor. Die Expert:innen fordern jedoch weitere Maßnahmen wie Werbeverbote, Aromarestriktionen und Indoor-Nutzungsverbote – einheitlich für alle Nikotinprodukte.

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