Indikationsprüfung

Levothyroxin-Therapie: Im Alter regelmäßig überprüfen

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Besonders bei subklinischer Hypothyreose zeigt die Behandlung im höheren Alter keinen klaren Nutzen, während Risiken wie ­iatrogene Thyreotoxikose, Vorhofflimmern oder Frakturen zunehmen. Eine aktuelle niederländische Studie deutet nun darauf hin, dass ein relevanter Anteil der über 60-Jährigen LT4 sicher reduzieren oder ganz absetzen kann, sofern die Schilddrüsenfunktion engmaschig kontrolliert wird.

Neue Evidenz: Wer profitiert vom Absetzen?

In 58 Hausarztpraxen wurden Personen ab 60 Jahren untersucht, die seit mindestens einem Jahr eine stabile LT4-Dosis von höchstens 150 µg/Tag einnahmen und einen TSH-Wert unter 10 mU/l aufwiesen. Die Dosis wurde schrittweise reduziert, jeweils mit mindestens sechswöchiger Kontrolle. Erfolgreich war das Absetzen, wenn nach einem Jahr sowohl TSH als auch freies T4 im Referenzbereich lagen.

Rund 26 % der 370 Teilnehmenden konnten LT4 vollständig absetzen und behielten stabile Werte. Knapp die Hälfte dieser Gruppe erreichte sogar TSH-Werte unter 4,8 mU/l. Etwa ein Drittel reduzierte die Dosis um mindestens 50 %. Besonders deutlich war der Erfolg bei niedriger Ausgangsdosis: Bei maximal 50 µg täglich gelang das Absetzen in 64 % der Fälle. Weder Geschlecht noch Ausgangs-TSH beeinflussten die Erfolgschancen. Die Lebensqualität blieb stabil; schwerwiegende Ereignisse traten kaum auf.

Die Ergebnisse sprechen dafür, die Notwendigkeit einer LT4-Therapie bei Menschen über 60 regelmäßig zu überprüfen – besonders bei niedrigen Dosierungen. Ein kontrollierter Absetzversuch kann vielen Betroffenen eine unnötige Dauertherapie ersparen.

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