KI am Esstisch

Nützlich, aber nicht zuverlässig genug

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Für Menschen mit Typ‑1-Diabetes ist das Abschätzen von Kohlenhydraten vor den Mahlzeiten eine tägliche Belastung. Neben etablierten Apps greifen inzwischen viele Betroffene zu allgemeinen KI‑Modellen wie ChatGPT, Gemini oder Claude. Die Frage, wie zuverlässig diese Systeme tatsächlich sind, wurde nun in zwei unabhängigen Studien untersucht. In einer bicentrischen Analyse mit 246 Krankenhausmahlzeiten zeigten spezialisierte Apps wie GluciCheck®, DiabHealth® und EkiYou® die konsistentesten Ergebnisse. ChatGPT‑5 erreichte eine mittlere Genauigkeit, während Gluroo® deutlich größere Schwankungen aufwies. Die Daten verdeutlichen: Strukturierte Eingabesysteme und KI‑gestützte Bilderkennung können unterstützen, liefern aber nicht durchgehend präzise Werte.

Generische KI zeigt deutliche Unterschiede

Eine zweite Untersuchung – Chat, Gemini and Claude at the dinner table – nahm ausschließlich generische KI‑Modelle in den Blick. Dreißig real servierte Mahlzeiten wurden von Diätolog:innen geschätzt und parallel von den KI‑Systemen analysiert. ChatGPT lag dabei am nächsten an den Expert:innen, während Claude und insbesondere Gemini häufiger größere Abweichungen zeigten. Besonders relevant ist das Risiko deutlicher Überschätzungen von mehr als 20 g Kohlenhydraten, da sie zu einer zu hohen Insulindosis führen können. Während dies bei Diätolog:innen nur selten vorkam, traten solche Fehler bei ChatGPT, Claude und Gemini deutlich häufiger auf.

Quellen

  1. Joubert M, et al. Diabetes Obesity & Metabolism 2026. DOI: 10.1111/dom.70396
  2. Goncalves S et al. Diabetes Research and Clinical Practise 2025. DOI: 10.1016/j.diabres.113031

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